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Tränen gegen Eisenraub
Eine raffinierte Schadstoffabwehr in der Tränenflüssigkeit
hat eine Innsbrucker Forschergruppe jetzt nachweisen können.
(jkm) - Tränen versorgen die Hornhaut des Auges mit Nährstoffen
und halten sie frei von Mikroben. Einen der dafür zuständigen
Abwehrstoffe haben österreichische Molekularbiologen nun
genauer unter die Lupe genommen. Das Tränenprotein fängt
demnach jene "Köder" ab, mit denen sich Mikroben
für ihr Wachstum benötigtes Eisen aus der Umgebung angeln.
Maria-Laura Fluckinger und ihre Kollegen aus der Gruppe von Bernhard
Redl an der Medizinischen Universität Innsbruck studierten
die Funktion der Lipocaline. Diese trichterförmigen Proteine
kommen nicht nur in Tränenflüssigkeit, sondern auch
in dem Flüssigkeitsfilm der Atemwege vor. Ähnlich molekularen
Treteimern, können sie hydrophobe (Wasser abweisende) Verbindungen
aufnehmen und mit einer Art Klappdeckel einschließen. Ihre
Fracht reichen sie dann an Zellen zur weiteren Verarbeitung weiter.
Auf diese Weise können Lipocaline eine breite Palette von
wasserunlöslichen Molekülen verfrachten. Daher war bereits
vermutet worden, dass sie zur Bekämpfung von Bakterien beitragen.
Tatsächlich konnten Fluckinger und ihren Kollegen nun nachweisen,
dass das Tränen-Lipocalin (TL) ganz besonders gut Siderophore
bindet - Moleküle, mit denen Mikroben schwer lösliches
Eisen aufnehmen. Offenbar unterbindet Lipocalin diesen Prozess.
Laborversuche bestätigten diese Vermutung, berichten die
Forscher im Fachblatt "Antimicrobial Agents and Chemotherapy".
Indem Lipocalin sowohl von Bakterien als auch von Pilzen produzierte
Siderophore aus dem Verkehr zieht, hemmt es Wachstum und Vermehrung
der ungebetenen Gäste. Das gilt allerdings nur unter Bedingungen
relativer Eisenknappheit, wie sie in der Natur häufig sind.
Laut Mitteilung der Universität könnte dieser Mechanismus
vor allem in den Atemwegen von Bedeutung sein: Mit der Atemluft
nehme der Mensch nämlich große Mengen von Pilzsporen
auf, die Zahl der Pilzinfektionen sei jedoch vergleichsweise gering.
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