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- 27.09.2004 -

 

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Rätsel um polare "Bromexplosion" gelöst

Bremer Forscher haben die Ursachen für die Ozonzerstörung in der Atmosphäre über den Polen aufgedeckt: Das dafür verantwortliche Brom stammt aus dem Meer.

(jkm) - In jedem polaren Frühling kommt es in der untersten Atmosphärenschicht zum Abbau von Ozon. Ausgangspunkt sind fragile Eisgebilde an der Meeresoberfläche, hat eine deutsch-britische Forschergruppe nun nachweisen können. Reaktionen auf der Oberfläche dieser Frostblumen setzen im immer schnelleren Tempo Ozon zerstörende Bromverbindungen frei.

Vor gut 30 Jahren wurde erstmals eine Ausdünnung der in gut 20 Kilometern Höhe gelegenen Ozonschicht, dem UV-Schutzschild der Erde, registriert. Ursache sind Chloratome aus FCKW, wie sie etwa in Treibgasen oder Kühlmitteln zum Einsatz kamen. Einige Jahre später fand man, dass sich auch in der untersten Etage der Atmosphäre, der Troposphäre, alljährlich ein polares Ozonloch auftut. Ursache sind in diesem Fall reaktionsfreudige Bromverbindungen, deren Herkunft jedoch rätselhaft war.

 


© Universität Bremen

Frostblumen (Frost Flowers) saugen das Salz und damit auch das Brom auf.

 

Letzten Endes stammt das Brom aus dem Meersalz, berichten Lars Kaleschke von der Universität Bremen und seinen Kollegen nun im Fachblatt "Geophysical Research Letters". Gefriert das Meerwasser, bildet sich an der Eisoberfläche eine konzentrierte Salzlösung. Auf dieser Lake wachsen wiederum wenige Zentimeter große Eiskristalle, so genannte "Frostblumen", die das Salz - und damit auch Brom - regelrecht aufsaugen. Klettert im Polarfrühling die Sonne über den Horizont, reagiert das Brom an der Schnittstelle von Wasser, Eis und Atmosphäre zu Ozon abbauenden Verbindungen. Dieser Prozess beschleunigt sich zudem selbst, sodass es zu einem rasanten Abbau von bodennahem Ozon kommt.

Für ihre Studie nutzten Kaleschke und Kollegen Satellitendaten über die Konzentration von Bromoxid, einer Ausgangsverbindung für die "Bromexplosion", und die Meereisbedeckung. Ihre Analyse zeigt, dass Regionen mit neu gebildetem Eis - und damit potenziellen Vorkommen von Frostblumen - die Quelle des Bromoxids sind.

 

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 Mehr Informationen:

Institut für Umweltphysik, Uni Bremen

Aufbau der Atmosphäre

Die Ozonloch-Tour

 

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