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Weintrauben stark mit Pestiziden belastet
Weintrauben aus konventionellem Anbau sind nach
Tests der Umweltorganisation Greenpeace immer stärker mit
giftigen Pestiziden belastet.
Hamburg (vv) - Greenpeace hatte wie im Vorjahr Tafeltrauben untersuchen
lassen, die aus dem Angebot der sieben größten deutschen
Supermarktketten stammen. Nur eine der 23 Traubenproben aus konventionellem
Anbau sei frei von Spritzmittelresten gewesen. In 35 Prozent der
Proben seien die gesetzlichen Grenzwerte für Pestizide erreicht
oder - bis zum 14fachen - überschritten worden. Dies sei
eine massive Verschlechterung gegenüber 2003. Darüber
hinaus fanden sich laut Greenpeace in den meisten Trauben gesundheitlich
besonders bedenkliche Giftcocktails mit bis zu acht Pestiziden
gleichzeitig.
"Trauben gehören heute zu den am stärksten mit
giftigen Pestiziden belasteten Früchten", sagte Manfred
Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace. Gut hätten bei den
Tests nur Biotrauben abgeschnitten, in denen keinerlei Pestizide
nachgewiesen worden seien.
Auch die EU-Kommission hat nach Angaben von Greenpeace bestätigt,
dass sich der Anteil der Pestizid-Grenzwertüberschreitungen
in pflanzlichen Lebensmitteln von 3,0 Prozent im Jahr 1996 auf
5,5 Prozent im Jahr 2002 fast verdoppelt hat.
"Noch immer verkauft der Lebensmittelhandel täglich
millionenfach Obst und Gemüse mit zu hohen Pestizidbelastungen.
Frau Künast und die Behörden müssen endlich handeln",
forderte Krautter. Schon im Juli habe Greenpeace das Verbraucherministerium
aufgefordert, gegen die zunehmende Pestizidbelastung bei Obst
und Gemüse einzuschreiten. Doch bisher sei das Ministerium
jede Antwort schuldig geblieben.
Bei dem aktuellen Test waren Ende August Tafeltrauben in Supermärkten
in Frankfurt, Hamburg, Köln und Leipzig gekauft und von einem
Speziallabor nach zwei Testverfahren untersucht worden, durch
die über 350 verschiedene Pestizidrückstände nachgewiesen
werden könnten. Viele der in den Trauben gefundenen Pestizide
seien gesundheitsschädlich. Sie könnten das Hormonsystem
schädigen, die Fortpflanzung beeinträchtigen und Krebs
auslösen, sagte Krautter.
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