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- 17.09.2004 -

 

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"Babywatching" gegen Aggressionen

Kinder, die regelmäßig eine Mutter mit ihrem Säugling beobachten, entwickeln weniger Aggressionen, hoffen Münchner Mediziner.

(jkm) - Ein ungewöhnliches Programm zur Vorbeugung von Aggression bei Kindern testen Münchner Mediziner. Dabei bekommen drei- bis sechsjährige Kinder Gelegenheit, regelmäßig eine Mutter mit ihrem Säugling zu beobachten. Auf diese Weise sollen sie ihr Gespür für andere vertiefen und lernen, im Streitfall ihren Zorn zur konstruktiven Lösungssuche zu nutzen.

"Wir gehen davon aus, dass die wöchentliche Beobachtung des immer gleichen Babys und seiner Mutter den Kindern im Kindergartenalter entscheidend dabei hilft, Einfühlungsvermögen zu entwickeln, indem sie ihre Wahrnehmung schulen und Gespür für die Motivation und Gefühle anderer entwickeln", erklärt Karl-Heinz Brisch vom Klinikum der Universität München, der Leiter des Projekts. Entsprechende Studien in den Vereinigten Staaten, wo die Methode des "Babywatching" entwickelt worden sei, hätten bereits ermutigende Resultate erbracht.

Ein Jahr hautnah dabei

Im Rahmen ihres Modellprojekts arbeiten Brisch und seine Kollegen mit einem Kindergarten zusammen. Dort erleben 25 Mädchen und Jungen einmal pro Woche, wie Säugling Lisa von seiner Mutter gestillt, gewickelt und bei Laune gehalten wird. "Die Kinder erleben live und hautnah alle Fortschritte des anfangs nur wenige Wochen alten Säuglings", so Brisch. Zudem könnten sie die Sprach- und Bindungsentwicklung verfolgen.

Nach einem Jahr ist Lisas Gastspiel beendet, danach kommt ein neues Baby, dessen Werdegang dann von einer anderen Kindergruppe begleitet wird. "Diese Gruppe hatte bisher keinen Babykontakt und dient als Kontrollgruppe bei der Studie", erklärt Brisch. Nach insgesamt zwei Jahren stehe dann fest, ob das Sozialverhalten der Kinder durch Babywatching positiv beeinflusst worden sei.

 

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© PhotoCase.de

"Baby-Watching" soll das Sozialverhalten von Kindern positiv beeinflussen.

 

 Mehr Informationen:

Klinikum der Universität München

Roots of Empathy

 

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