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"Babywatching" gegen Aggressionen
Kinder, die regelmäßig eine Mutter
mit ihrem Säugling beobachten, entwickeln weniger Aggressionen,
hoffen Münchner Mediziner.
(jkm) - Ein ungewöhnliches Programm zur Vorbeugung von Aggression
bei Kindern testen Münchner Mediziner. Dabei bekommen drei-
bis sechsjährige Kinder Gelegenheit, regelmäßig
eine Mutter mit ihrem Säugling zu beobachten. Auf diese Weise
sollen sie ihr Gespür für andere vertiefen und lernen,
im Streitfall ihren Zorn zur konstruktiven Lösungssuche zu
nutzen.
"Wir gehen davon aus, dass die wöchentliche Beobachtung
des immer gleichen Babys und seiner Mutter den Kindern im Kindergartenalter
entscheidend dabei hilft, Einfühlungsvermögen zu entwickeln,
indem sie ihre Wahrnehmung schulen und Gespür für die
Motivation und Gefühle anderer entwickeln", erklärt
Karl-Heinz Brisch vom Klinikum der Universität München,
der Leiter des Projekts. Entsprechende Studien in den Vereinigten
Staaten, wo die Methode des "Babywatching" entwickelt
worden sei, hätten bereits ermutigende Resultate erbracht.
Ein Jahr hautnah dabei
Im Rahmen ihres Modellprojekts arbeiten Brisch und seine Kollegen
mit einem Kindergarten zusammen. Dort erleben 25 Mädchen
und Jungen einmal pro Woche, wie Säugling Lisa von seiner
Mutter gestillt, gewickelt und bei Laune gehalten wird. "Die
Kinder erleben live und hautnah alle Fortschritte des anfangs
nur wenige Wochen alten Säuglings", so Brisch. Zudem
könnten sie die Sprach- und Bindungsentwicklung verfolgen.
Nach einem Jahr ist Lisas Gastspiel beendet, danach kommt ein
neues Baby, dessen Werdegang dann von einer anderen Kindergruppe
begleitet wird. "Diese Gruppe hatte bisher keinen Babykontakt
und dient als Kontrollgruppe bei der Studie", erklärt
Brisch. Nach insgesamt zwei Jahren stehe dann fest, ob das Sozialverhalten
der Kinder durch Babywatching positiv beeinflusst worden sei.
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