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- 02.09.2004 -

 

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Kaltes Klima ließ Menschen kleiner werden

Im warmen Klima des frühen Mittelalters lebten in Nordeuropa relativ große Menschen. Der folgende Klimawandel ließ die Menschen kleiner werden.

(jkm) - Der Nordeuropäer des Mittelalters war von großem Wuchs. Von der Durchschnittsgröße unserer Tage trennen ihn nur wenige Zentimeter, errechnete ein amerikanischer Forscher. Zwar seien die Menschen seit den letzten 250 Jahren deutlich gewachsen, doch habe dies nur eine Jahrhunderte lange Phase der Schrumpfung ausgeglichen.

"Die Menschen des frühen Mittelalters waren mehrere Zentimeter größer als ihre Nachfahren am Vorabend der industriellen Revolution", sagt Richard Steckel, Wirtschaftswissenschaftler der Ohio State University. Der Forscher stützt seine These auf Daten von 30 Ausgrabungen in Nordeuropa, deren Datierungen bis in das 9. Jahrhundert zurück reichen. Die Längen der entdeckten Skelette in Island, Schweden, Norwegen, Großbritannien und Dänemark glich Steckel mit aktuellen Bevölkerungsdaten ab.

Tiefpunkt im 17. und 18. Jahrhundert

Demnach soll der durchschnittliche Nordeuropäer des frühen Mittelalters 173,4 Zentimeter groß gewesen sein. Zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert ging die Körpergröße von Generation zu Generation leicht zurück. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde mit 167 Zentimetern der Tiefpunkt erreicht: Die Menschen hatten über 6 Zentimeter verloren - eine Schrumpfung, die laut Steckel erst Mitte des 20. Jahrhunderts wieder ausgeglichen wurde.

Im Fachmagazin "Social Science History" macht Steckel eine Reihe möglicher Gründe für die Entwicklung verantwortlich. Der Klimawandel, politische wie agrartechnische Entwicklungen sowie die Verstädterung, die die Ausbreitung von Krankheiten begünstigt habe, könnten die Körpergröße negativ beeinflusst haben.

Der wichtigste Einschnitt: Zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert habe in Nordeuropa ein sehr warmes Klima geherrscht, dem eine 400 bis 500 Jahre lange Kältephase mit deutlichen Ernteeinbußen in der Landwirtschaft und der Ausbreitung neuer Krankheiten gefolgt sei. Erst die industrielle Revolution mit Fortschritten in Technik und Landwirtschaft hätten die Entwicklung wieder umgekehrt.

 

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 Mehr Informationen:

Ohio State University

 

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