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Envisat: Schwimmende Eisberge im Blick
Der Umweltsatellit Envisat überwacht künftig
schwimmende Eisberge in der Antarktis. Forscher erhoffen sich
bessere Meeresströmungs- und Klimamodelle.
(jkm) - Der europäische Umweltsatellit Envisat überwacht
künftig schwimmende Eisberge in der Antarktis. Möglich
wird dies durch ein Update des Radarsystems ASAR. Im so genannten
"Global Monitoring Mode" (GMM) beobachtet der Satellit
mehrmals täglich die Antarktis.
Dank der GMM-Technik kann das Radar 400 Kilometer weit blicken
und Objekte ab einem Kilometer Umfang erfassen. 14 Mal täglich
umkreist der Satellit die Erde, daher können Bewegungen einzelner
Eisberge und schollen kontinuierlich überwacht werden.
Mit etwa drei Stunden Verzögerung werden die Daten künftig
im Internet bereit gestellt, erklärte ESA-Mitarbeiter Eric
Guyader bei der Präsentation des Projektes. So könne
etwa der Schiffsverkehr vor größeren Eisbergen gewarnt
werden.
Besonders kritisch beobachtet werden der McMurdo Sund und die Ross
See, die von Versorgungsschiffen auf ihrem Weg zu amerikanischen
und neuseeländischen Forschungsstationen durchquert werden
müssen.
Bei Auffälligkeiten lässt sich beim nächsten Überflug
in einzelne Bildausschnitte hinein zoomen, um beispielsweise abgebrochene
Eisschollen detaillierter zu beobachten. "Durch wiederholte
Vermessung des Eises können wir die Geschwindigkeit der Schmelze
in wärmeren Gewässern berechnen", sagt Mark Drinkwater
von der ESA Ice/Ocean Unit; "die Zufuhr großer Mengen
Frischwasser kann die Charakteristik lokaler Gewässer verändern."
Eine genauere Erfassung der Eisschollen werde daher bessere Meeresströmungs-
und Klimamodelle ermöglichen, hofft Drinkwater.

© ESA
Wie Envisat die Antarktis sieht.
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Der Satellit Envisat wurde am 28. Februar 2002 in seine Umlaufbahn
geschossen. Die ESA will mit Hilfe des Satelliten mindestens fünf
Jahre lang das Klima und das Zusammenspiel von Meer, Land und
Luft erforschen.
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