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- 28.08.2004 -

 

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Das Nordpolarmeer verliert seine Eisdecke

Das Wasser im Nordpolarmeer zwischen Spitzbergen und Grönland erwärmt sich immer stärker, haben deutsche Meeresforscher ermittelt.

(jkm) - In der Framstraße zwischen Spitzbergen und Grönland findet der wesentliche Austausch von Wassermassen zwischen dem Nordpolarmeer und dem Nordatlantik statt. In dieser Region erwärmt sich das Meereswasser immer stärker. Das ermittelten jetzt deutsche Meeresforscher bei Messungen vor Ort.

Sechs Wochen lang waren Wissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Framstraße unterwegs, um die ozeanischen Temperaturen und die Eisbedeckung zu untersuchen. Ihre erste Bilanz: Im Vergleich zum Vorjahr sind die oberen 500 Meter zu 0,6 Grad Celsius wärmer, und die Erwärmung zeigt sich bis in Tiefen von 2000 Metern. Für ozeanische Verhältnisse sei dies ein ausgesprochen deutliches Signal, so die Forscher. Seit 1990 zeige sich der Erwärmungstrend. Mit dem Einstrom wärmeren Wassers in das Nordpolarmeer ändere sich auch die Meereisdecke. Satellitenaufnahmen zeigten in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang des Eises im Bereich der Framstraße und der Barentssee im Vergleich zu den beiden Vorjahren.

 


© Alfred-Wegener-Institut

Eisbohrung im Nordpolarmeer

 

Um die Dicke des Eises zu bestimmen, haben die Forscher in den vergangenen Jahren einen Flugkörper mit einem Eisdickensensor entwickelt. Dieser wird von einem Hubschrauber in etwa 30 Metern Höhe innerhalb einer Stunde über Strecken von bis zu 100 Kilometern geschleppt. So lässt sich ein repräsentatives Bild der Meereisdicke ermitteln. Die mit der Sonde gemessenen Werte werden mit denen aus Bohrungen abgeglichen.

Vor der grönländischen Ostküste traf die "Polarstern" in dieser Woche mit dem britischen Forschungseisbrecher "James Clark Ross" zusammen, um zum ersten Mal in der Geschichte der Meereisforschung die Topographie des Meereises von oben und unten zu messen. Dazu hat ein britisches Tauchgerät mit einem Sonar die Unterseite des Meereises abgetastet, während die Physiker des Alfred-Wegener-Instituts mit dem vom Hubschrauber getragenen Eisdickensensor die Oberseite vermessen haben.

Die Arbeiten bereiten die Mission des Satelliten "CryoSat" vor. "CryoSat" soll die Meereisdicke in beiden Polargebieten ab März 2005 kontinuierlich aus 700 Kilometern Höhe bestimmen und untersuchen, ob die regional beobachteten Veränderungen als Folge der globalen Erwärmung in allen Bereichen der Polargebiete auftreten.

 

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 Mehr Informationen:

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung

CryoSat

 

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