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Zigaretten stärkere Luftverschmutzer als Diesel
Zigaretten bewirken in einem geschlossenen Raum eine stärkere Feinstaub-Belastung der Luft als ein Dieselmotor.
(jkm) - Kein Raucher könne auf die Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr verweisen, wenn es um die gesundheitlichen Folgen des Rauchens gehe. Diese Meinung vertreten italienische und französische Mediziner im Fachblatt "Tobacco Control".
Das gelte umso mehr, als immer mehr Dieselfahrzeuge mit Rußfiltern
ausgestattet seien, schreiben Giovanni Invernizzi vom italienischen
Nationalen Krebsforschungsinstitut in Mailand und seine Kollegen.
Gerade bei Jugendlichen mit ihrem ausgeprägten Umweltbewusstsein
könne der Vergleich zwischen Dieselmotor und Zigarette einen
Ansatzpunkt für Anti-Rauch-Kampagnen liefern.
Die Forscher führten ihr Experiment in einer privaten Garage
in Chiavenna durch, einem kleinen Gebirgsort in Norditalien. Zunächst
ließen sie eine halbe Stunde lang einen modernen Diesel-PKW
mit zwei Litern Hubraum laufen. Türen und Fenster des 60
Kubikmeter großen Raums waren dabei geschlossen. Im Laufe
der nächsten Stunde stiegen die Konzentrationen von Partikeln
mit 10, 2,5 und 1 Mikrometer Durchmesser (PM10, PM2,5, PM1) auf
44, 31 bzw. 13 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft - das Doppelte bis
Dreifache der Ausgangswerte. Derartige Partikel tragen zur Entstehung
von Asthma, Lungenkrebs und anderen Atemwegserkrankungen bei.
Nach mehreren Stunden Lüften ersetzten die Forscher den
PKW durch drei Zigaretten, die sie - eine nach der anderen - langsam
abbrennen ließen. Binnen der nächsten Stunde stiegen
die Partikelkonzentrationen auf 343, 319 bzw. 169 Mikrogramm pro
Kubikmeter Luft. Größe und Durchlüftung der Garage
seien mit der vieler Büro- und Wohnräume vergleichbar,
schreiben Invernizzi und Kollegen. Die hohe PM-Exposition durch
Tabakrauch in solchen Räumen könnte daher häufige
Atemwegsbeschwerden auch bei Nichtrauchern erklären.
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