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Staub ist "verstecktes Klimaproblem"
Die enormen Mengen von Staub, die über
die Erdoberfläche wehen, haben schwerwiegende Folgen für
die Umwelt und die Gesundheit der Menschen.
(pte) - Über die Auswirkungen der riesigen Staubwinde berichtet
der Forscher Andrew Goudie von der Universität Oxford beim
Internationalen Geographischen Kongress in Glasgow. Staubstürme
nehmen nach Angaben des Experten in vielen Ländern extrem
zu. Darüber hinaus werden enorme Mengen Staub über die
gesamte Welt verteilt. Auswirkungen gebe es nicht nur auf die
Gesundheit der Menschen, sondern auch auf die Umwelt und dabei
besonders auf die Korallenriffe.
Rund 2.000 bis 3.000 Mio. Tonnen Staub werden jährlich emittiert.
"Staub wird als Klimafaktor extrem unterbewertet", so
Goudie. "Dadurch, dass Staub über die gesamte Atmosphäre
verblasen wird, handelt es sich aber um ein globales Problem",
erklärt der Forscher. "Die Wichtigkeit von so genannten
Staub-Bassins als Quelle von globalem Staub wird erst jetzt langsam
besser verstanden", meint der Fachmann. Dazu hätten
etwa Satellitenbilder beigetragen, die auch einer der größten
"Staubzentren" in der Bodele-Senke im Tschad gefunden
haben. In Teilen von Nordafrika hat sich die Zahl der jährlichen
Staubmenge in den vergangenen 50 Jahren verzehnfacht.

© GSFC/NASA
Staub aus China weht im Frühjahr 2001
über die koreanische Halbinsel. Der Staub gelangte
schließlich bis an die Ostküste der USA.
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Von China bis nach Europa
Stürme transportieren riesige Mengen von Saharastaub bis
nach Grönland oder umgekehrt von China bis nach Europa. Diese
riesigen Mengen von Staub sind nicht ungefährlich. Sie beeinflussen
die Umwelt in verschiedener Hinsicht: sie wirken als Ozeandünger,
beschleunigen die Versalzung in manchen Regionen, bringen gefährliche
Keime mit, verändern die Pole, indem sie die Reflexion beeinflussen,
neutralisieren sauren Regen und gelten als Luftverschmutzer. Von
wesentlicher Bedeutung ist auch die Beeinflussung der Kohlendioxid-Werte
auf der Erde.
Große Staubmengen machen die Ozeane fruchtbarer, weil sie
Nährstoffe einbringen, die das Wachstum von Phyto- und Zooplankton
anregen. Sie beeinflussen dadurch den CO2-Haushalt und damit die
Vegetation und feuern erneut die Produktion von Staub an. Staub
wirkt auf das Klima, da Partikel die Hitze der Sonne sowohl reflektieren
als auch absorbieren.
Der größte Teil des Staubes stammt aus der nördlichen
Hemisphäre - und dort vor allem aus extrem trockenen Gebieten.
Im kommenden Jahr wird eine Expedition des University College
London in die Bodele-Senke reisen und die Auswirkungen auf das
globale Klima untersuchen.
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