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Malaria: Resistenz an Bord
Interkontinentalreisen sind die Ursache dafür,
dass in Afrika gleich zwei Malariamittel an Wirksamkeit verlieren.
(jkm) - DNA-Vergleichen zufolge gehen die Resistenzen auf asiatische
Erreger zurück, die im Blut infizierter Personen nach Afrika
gelangten. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Forschergruppe
im Magazin "Science".
"Unsere Daten verdeutlichen, dass die Resistenz gegen Malariamedikamente
ein internationales Problem ist, das koordinierte, internationale
Gegenmaßnahmen erfordert", schreiben die Forscher um
Cally Roper von der London School of Hygiene & Tropical Medicine.
Zu solchen Gegenmaßnahmen könnte es beispielsweise
gehören, sämtliche Reisende aus Südostasien und
Südafrika mit Zielen in Afrika zu untersuchen und gegebenenfalls
zu behandeln.
Bei der Malariaprophylaxe und -behandlung ist Chloroquin derzeit
noch das Mittel der Wahl. Indem in Afrika einer der Erreger, Plasmodium
falciparum, zunehmend resistent gegen Chloroquin wird, greift
man häufig zu Pyrimethamin. Doch auch gegen dieses Mittel
erweisen sich die Erreger immer öfter als resistent. Ursache
sind mehrere Mutationen im Gen für das Enzym Dihydrofolat-Reductase
(dhfr). Bislang war angenommen worden, dass diese Mutationen in
Afrika selbst aufgetreten sind.
Roper und Kollegen sequenzierten nun das dhfr-Gen und dessen
Nachbarregionen bei 12 Plasmodium-Parasiten aus Thailand und 42
Parasiten aus Afrika. Erstere sind mehr oder weniger resistent
gegen Pyrimethamin, zudem unterscheiden sich die an das Gen angrenzenden
Regionen bei ihnen praktisch nicht. Das gleiche Bild zeigte sich
bei Pyrimethamin-resistenten Plasmodien aus Afrika. Bei den empfindlichen
Plasmodien aus Afrika stießen die Forscher dagegen in beinahe
jedem Fall auf andere Nachbarsequenzen.
"Resistenzen gegen Pyrimethamin waren in Asien weit verbreitet,
als in Afrika die ersten Resistenzen gegen Chloroquin auftraten",
schreiben die Forscher. "Die Einfuhr südostasiatischer
Parasiten hat also zum Niedergang zweier kostengünstiger
Wirkstoffe geführt, die in Afrika die Grundpfeiler der Malarietherapie
waren."
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