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Neue Malaria-Wirkstoffe: Affen weisen den Weg
Schimpansen fressen bestimmte Blätter, um sich vor Infektionen zu schützen. Forscher hoffen, darin neue Wirkstoffe gegen Malaria gefunden zu haben.
(jkm) - Schimpansen wissen sehr genau, welche bittere Pille sie schlucken müssen, um sich gegen Infektionen zu wappnen. Neue Belege für diese Annahme haben französische und ugandische Forscher gefunden. Indem sie die Ernährungsgewohnheiten der Menschenaffen in einem ugandischen Nationalpark studierten, stießen sie auf zwei neue Wirkstoffe gegen Malaria.
"Die Erforschung der Selbstmedikation bei Affen liefert möglicherweise einen neuartigen Ansatz zur Entdeckung bioaktiver natürlicher Substanzen, die für die Behandlung von Menschen nützlich sind", folgern Sabrina Krief vom CNRS-Institut de Chimie des Substances Naturelles in Gif-sur-Yvette und ihre Kollegen. Ihre Resultate präsentieren sie im Fachblatt "Antimicrobial Agents and Chemotherapy".

© ArtToday
Schimpansen sind zur Selbstmedikation fähig.
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Nur einzelne Tiere verzehren "Medizin"-Blätter
Die Forscher studierten eine Population von 50 Ostafrikanischen Schimpansen (Pan troglodytes schweinfurthii) im Kibale-Nationalpark. Insbesondere vermerkten sie, wie häufig die Tiere welche Früchte und Blätter fraßen und ob sie eventuelle Krankheitssymptome zeigten. Auf dem Speisezettel standen mitunter auch die Blätter des Baumes Trichilia rubescens. Und obwohl die Schimpansen stets in Trupps umherstreiften, waren es immer nur einzelne Tiere, die einige Blätter verzehrten und sich dann - trotz reichlichen Angebotes - wieder anderer Nahrung zuwandten.
Mit mehreren Kilogramm getrockneter Blätter nach Frankreich zurückgekehrt, nahmen Krief und ihre Kollegen die Ausnahme-Kost genauer unter die Lupe. Tatsächlich fanden sie darin zwei Verbindungen aus der Gruppe der Limonoide, Trichirubin A und B genannt, die in relativ niedrigen Konzentrationen von 0,3 Mikrogramm pro Milliliter das Wachstum des Malariaerregers Plasmodium falciparum unterdrücken.
Zwar können die Trichirubine noch nicht mit herkömmlichen Wirkstoffen wie etwa dem Chloroquin konkurrieren. Gegen letzteres haben die Erreger jedoch vielerorts Resistenzen entwickelt. Zudem sind die Forscher überzeugt, dass die Wirksamkeit der Trichirubine durch chemische Modifikation noch gesteigert werden kann.
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