|
Sonnenschutzmittel können Hormonhaushalt stören
Sonnenschutzmittel können nach Ansicht
von Wissenschaftlern den menschlichen Hormonhaushalt stören.
(vv) - Wissenschaftler untersuchen die möglicherweise schädigenden
Wirkungen von Substanzen, die UV-Strahlen absorbieren können
und die in zahlreichen kommerziell erhältlichen Sonnenschutzmitteln
Verwendung finden. Das berichtete Wolfgang Wuttke, der Direktor
der Abteilung für Klinische und Experimentelle Endokrinologie
der Universitätsklinik Göttingen, am Donnerstag. Die
Forschung wird von der Europäischen Union gefördert.
In sonnigen Sommern oder in Urlaubsländern mit intensiver
Sonneinstrahlung würden viele Menschen solche Substanzen
mit ihrem Sonnenschutzmittel "zum Teil Grammweise" täglich
auf die Haut auftragen. Sie drängen in die Haut ein und gelangten
so in das Körperinnere. Einige dieser UV-Filter hätten
sehr starke hormonelle Wirkungen, sie docken an den Rezeptor für
weibliche Geschlechtshormone an, wirken also wie Östrogene.
Schädliche Substanzen auch in Feldfrüchten
...
Aber nicht nur Lichtschutzmittel, auch Schädlingsbekämpfungs-
und Unkrautvernichtungsmittel hätten zum Teil starke hormonelle
Wirkungen und kommen über Feldfrüchte in unsere Nahrungskette.
Die EU fördere deshalb in großem Umfang die Forschung
zur Wirkweise dieser Substanzen.
... und im Fettgewebe von Fischen ...
"Die Substanzen gelangen auch über das Wasser zum Beispiel
in Badeseen in den menschlichen Kreislauf," sagte Wuttke.
In Schweizer Untersuchungen konnten in Badeseen einige dieser
Lichtschutzmittel in zum Teil erheblichen Mengen nachgewiesen
werden. Im Fettgewebe von Fischen werden diese Substanzen konzentriert
und können so ebenfalls in größeren Mengen von
Menschen, die diese Fische verzehren, aufgenommen werden.
... und in Kosmetika und Verpackungen
Einige dieser Substanzen finden auch Verwendung in Kosmetika
(Parfüms, Lippenstiften) und in Plastikmaterialien, in denen
unsere Nahrung verpackt wird und aus denen sie in unsere Nahrungsmittel
diffundieren können.
Weiterhin habe sich gezeigt, dass einige Lichtschutzmittel nicht
nur östrogene Wirkungen haben, sondern auch noch die Produktion
von Schilddrüsenhormonen hemmen können. Das sei eine
weitere sehr unerwünschte Nebenwirkung, die besonders in
Jod-Mangelgebieten zur Kropfbildung führen könne.
Seite
drucken
|