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Verglasung mit eingebautem Thermostat
Britische Wissenschaftler haben eine "intelligente"
Beschichtung für Fenster entwickelt, die die Sommerhitze
draußen lässt.
(jkm) - Architekten versehen ihre Bauten gerne mit großen
Glasfronten. Eine von britischen Chemikern entwickelte Glasbeschichtung
könnte verhindern, dass sich solche Glaspaläste im Sommer
in Treibhäuser verwandeln. Die Beschichtung lässt sichtbares
Licht passieren, wird bei einer beliebig wählbaren Temperatur
jedoch unpassierbar für Wärmestrahlung.
Grundlage der "intelligente" Beschichtung ist Vanadiumdioxid,
ein Material, das je nach Temperatur seine Struktur und damit
seine optischen Eigenschaften ändert. "Die Wärme
reflektierenden Eigenschaften von Vanadiumdioxid sind wohl bekannt",
erläutert Ivan Parkin vom University College London. "Der
Stolperstein war bislang jedoch die Übergangstemperatur:
Es nutzt nichts, wenn das Material erst ab 70 Grad Celsius Infrarotlicht
reflektiert."
Gemeinsam mit seinem Kollegen Troy Manning fand Parkin nun eine
Lösung für das Problem. Die Chemiker leiteten Vanadiumoxytrichlorid-
und Wolframhexachlorid-Gas über 550 Grad Celsius heißes
Glas. An der Glasoberfläche schied sich daraufhin ein dünner
Film ab, bestehend aus Vanadiumdioxid mit Spuren von Wolfram.
Betrug der Wolfram-Anteil exakt 1,9 Prozent, ging der Film schon
bei 29 Grad Celsius in einen metallischen und damit Infrarot reflektierenden
Zustand über, berichten die Forscher im "Journal of
Materials Research".
Jedes zusätzliche Prozent Wolfram senkte die Übergangstemperatur
um weitere 19 Grad Celsius, fanden sie. Daher könnte die
Beschichtung optimal an die jeweiligen Umgebungsbedingungen angepasst
werden. Parkin betont, das neue Verfahren arbeite bei Atmosphärendruck
und sei damit besonders preiswert und einfach in den industriellen
Maßstab überführbar. Zuvor müsse jedoch noch
an der Farbe der Beschichtung gearbeitet werden. "Derzeit
ist sie gelb-grünlich und daher nicht wirklich attraktiv
für Fensterscheiben."
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