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- 03.08.2004 -

 

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Sonne nicht für die globale Erwärmung verantwortlich

Studien von Max-Planck-Forschern zeigen: Die Sonnenaktivität beeinflusst zwar das Klima, spielt aber nur eine geringe Rolle bei der jüngsten globalen Erwärmung.

(vv) - Seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts befindet sich die Sonne in einer Phase außergewöhnlich hoher Aktivität, die sich im häufigen Auftreten von Sonnenflecken, Gasausbrüchen und Strahlungsstürmen äußert. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau und der Universität von Oulu (Finnland), nachdem es ihnen gelungen ist, die Sonnenaktivität anhand der Häufigkeit von Sonnenflecken bis ins Jahr 850 zurückzuverfolgen. Dazu kombinierten sie historische Aufzeichnungen über Sonnenflecken mit Messungen der Häufigkeit radioaktiver Isotope in Eisbohrkernen aus Grönland und der Antarktis.

 


© Kiepenheuer-Institut für Sonnenphysik, Freiburg im Breisgau

Ausgedehnte Gruppe von Sonnenflecken, die im September 1998 auf der südlichen Hemisphäre der Sonne sichtbar war. Die Aufnahmen wurden mit dem deutschen Vakuum-Turm-Teleskop am Observatorio del Teide auf Teneriffa gemacht.

 

Sonnenaktivität außergewöhnlich hoch

Wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Physical Review Letters" berichten, ist die mittlere Sonnenfleckenzahl seit dem Jahr 1940 so hoch wie niemals zuvor in den vergangenen tausend Jahren und zweieinhalb mal so hoch wie der langfristige Mittelwert. Eine weitere Periode erhöhter Sonnenaktivität, allerdings mit erheblich weniger Sonnenflecken als in der jetzigen Phase, trat im Mittelalter zwischen den Jahren 1100 und 1250 ein. Damals herrschte auf der Erde eine Warmzeit, während der die Wikinger blühende Siedlungen in Grönland unterhielten.

Der zeitliche Verlauf der Sonnenaktivität weist eine Ähnlichkeit mit der Entwicklung der mittleren Temperatur auf der Erde auf. Daher rücken diese Forschungsergebnisse den Einfluss der Sonne auf das Erdklima und insbesondere ihren möglichen Anteil an der globalen Erwärmung im 20. Jahrhundert in den Brennpunkt des Interesses.

Die Forscher des MPS haben aber auch gezeigt, dass die Sonne höchstens für einen kleinen Teil der Erwärmung der letzten 20-30 Jahre verantwortlich sein kann. Sie benutzten dazu den gemessenen und berechneten Verlauf der Helligkeit der Sonne über die letzten 150 Jahre und verglichen sie mit der Temperatur der Erde. Obwohl sich die zwei Größen in den ersten ca. 120 Jahren einigermaßen in Einklang bewegen, stieg die Temperatur der Erde in den letzten ca. 30 Jahren rasant an, während sich die Helligkeit der Sonne nur unwesentlich erhöhte. Der starke Anstieg der Erdtemperatur ist deshalb wohl vor allem der Emission des Treibhausgases Kohlendioxid aus der Verbrennung von Kohle, Gas und Öl zuzuschreiben, meinen die Forscher.

 

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 Mehr Informationen:

Max-Planck-Gesellschaft (pdf)

Die Sonne

Die Sonne - ein ganz normaler Stern

NASA: The Sun Today

 

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