Stadtpflanzen sind länger grün
Die wärmeren Temperaturen in der Stadt
bescheren den Pflanzen dort eine deutlich längere Wachstumsperiode.
(jkm) - Wenn die Luft über dem Asphalt flirrt, machen Eisverkäufer
Rekordumsätze. Und auch Pflanzen können von dem Wärmespeicher
Stadt profitieren, haben Bostoner Geographen anhand von Satellitenaufnahmen
ermittelt. Die erhöhten Stadttemperaturen bescheren der Vegetation
demnach eine deutlich längere Wachstumsperiode.
Der Effekt verlängert die Spanne zwischen dem Knospen im
Frühling und dem Blattwurf im Herbst um bis zu 15 Tage, berichten
die Forscher um Xiaojang Zhang von der Boston University im Fachblatt
"Geophysical Research Letters". Zudem macht er selbst
in zehn Kilometern Entfernung vom Stadtrand noch bemerkbar.
Asphalt, Beton, Stahl und Abgase tragen dazu bei, dass Städte
Wärme speichern und verzögert wieder abstrahlen. Frühere
Untersuchungen hatten gezeigt, dass es im Umfeld dieser "Wärmeinseln"
häufiger zu Gewittern, dafür jedoch seltener zu Frost
kommt. Zhang und seine Kollegen werteten nun Daten der MODIS-Instrumente
(Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer) an Bord der NASA-Satelliten
Aqua und Terra aus, um die Vegetationsperiode im Umkreis von 70
Städten im östlichen Nordamerika zu bestimmen.
Aufgrund der erhöhten Temperaturen treiben die Pflanzen
im Frühling bis zu sieben Tage früher aus und gehen
im Herbst bis zu acht Tage später in den Ruhezustand über,
fanden die Forscher. Mit jedem Anstieg der Durchschnittstemperatur
um ein Grad Celsius beginnt die Vegetationsperiode demnach drei
Tage früher. Weder die Temperaturerhöhung noch die zeitliche
Verschiebung sind abhängig von der Größe der jeweiligen
Stadt. Dagegen hängt es sehr wohl von der bebauten Fläche
ab, wie weit der Einfluss einer Stadt in das Umland reicht.
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