Medizin aus der Pflanzenfabrik
Europäische Wissenschaftler wollen mit
Hilfe gentechnisch veränderter Pflanzen Impfstoffe und Medikamente
gegen Aids, Tollwut, Diabetes und Tuberkulose herstellen.
(vv) - Ein europäisches Forschungskonsortium will in den
kommenden fünf Jahre Strategien zur kostengünstigen
Produktion von Pharmazeutika in genetisch veränderten Pflanzen
entwickeln. Die Europäische Kommission hat dem "Pharma-Planta"-Konsortium
aus elf europäischen Ländern und Südafrika ein
Forschungsprojekt über 12 Millionen Euro bewilligt. Ziel
des Projekts ist es, Impfstoffe und Medikamente zur Behandlung
der wichtigsten Krankheiten wie Aids, Tollwut, Diabetes und Tuberkulose
zu produzieren. Der Sicherheit von Mensch und Umwelt werde hierbei
ein besonderer Schwerpunkt eingeräumt. Dies teilte das Fraunhofer-Institut
für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (IME) am Dienstag
mit.
Der Fokus des Projekts liegt in der Bereitstellung sicherer und
kostengünstiger Medikamente für einige der schlimmsten
Humankrankheiten. In Kuba werde seit kurzem ein ähnlicher
Ansatz zur Produktion von Antikörpern verfolgt, um Hepatitis-B-Impfstoffe
bereitzustellen. Das Pharma-Planta-Projekt will dieses Konzept
eine Stufe weiter verfolgen und Impfstoffe oder Medikamente direkt
in den Pflanzen produzieren.
Das Potenzial dieses Ansatzes sei enorm, da Pflanzen kostengünstig
angebaut werden könnten. Wenn diese gentechnisch so verändern
würden, dass sie die genetische Information für ein
Medikament enthielten, könnten große Mengen an Impfstoffen
oder Pharmazeutika zu niedrigsten Preisen produziert werden. Potenzielle
Kandidaten zur Produktion von Medikamenten und Impfstoffen sind
Mais- und Tabakpflanzen.
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