Krebs ist "moderne" Krankheit
Noch im 19. Jahrhundert war Krebs eine eher
seltene Krankheit, zeigt die Untersuchung bis zu 7.300 Jahre alter
Skelette durch kroatische Forscher.
(jkm) - An lediglich vier Skeletten fanden die Mediziner und
Archäologen Spuren von Knochenkrebs. Hauptgrund für
die geringe Häufigkeit ist vermutlich die niedrige Lebenserwartung
in der Vergangenheit.
Mario Slaus von der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und
Künste in Zagreb und seine Kollegen untersuchten 3.160 Skelette
auf Spuren von Tumoren. Die menschlichen Überreste decken
den Zeitraum von 5.300 vor Christus bis ins 19. Jahrhundert unserer
Zeit ab und stammen aus archäologischen Fundstätten
in Kroatien. Slaus und Kollegen begutachteten Form und Oberfläche
der Knochen und fertigten zudem Röntgenaufnahmen und Computertomogramme
an.
Wie die Forscher auf dem europäischen Krebskongress in Innsbruck
berichten, fanden sie zahlreiche Belege für Infektionskrankheiten
wie Syphilis, Lepra und Tuberkulose. Jedoch wiesen nur vier Skelette
- von Personen im Alter von etwa 3 bis 60 Jahren - Spuren unterschiedlicher
Knochentumoren auf. In allen Fällen habe es sich um primäre
Knochentumoren gehandelt, die zwar sehr selten seien, jedoch meist
in jungen Jahren aufträten. Im hohen Alter relativ häufige
Sekundärtumoren seien nicht aufgetreten. "Dies erklärt
sich wahrscheinlich durch die Tatsache, dass das durchschnittliche
Sterbealter bei 35,6 Jahren lag", erläutert Slaus.
"Der Wechsel von 'alten' zu 'modernen' Krankheiten kann
als Teil der Entwicklung der Gesellschaft angesehen werden",
so der Archäologe weiter. "Ebenso wie im Falle der 'alten'
Krankheiten können wir jedoch viel gegen den 'modernen' Krebs
tun, indem wir die Menschen über die Risikofaktoren aufklären
und sie zu einem gesunden Lebenswandel ermuntern."
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