Hohe Kosten durch Nebenwirkungen
Nebenwirkungen von Medikamenten stellen eine große Belastung für das Gesundheitssystem dar.
(jkm) - Zu diesem Schluss kommen britische Mediziner nach einer sechsmonatigen Untersuchung in Nordengland. Über sechs Prozent aller Krankenhauseinweisungen in diesem Zeitraum gingen demnach auf Nebenwirkungen zurück. Ein großer Teil davon hätte vermieden werden können, berichten die Forscher im "British Medical Journal".
Die Gruppe um Munir Pirmohamed von der University of Liverpool analysierte die Krankenakten und befragte Verwandte und Ärzte von 18.820 Patienten, die zwischen November 2001 und April 2002 in zwei Krankenhäuser im Bezirk Merseyside aufgenommen wurden. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren und Frauen mit gynäkologischen Beschwerden oder Schwangerschaftskomplikationen wurden aus statistischen Gründen nicht berücksichtigt. Ebenfalls ausgeschlossen waren Patienten, die sich nicht an ärztliche Anweisungen gehalten oder ein Medikament - absichtlich oder nicht - in Überdosis genommen hatten.
In 1.225 Fällen, entsprechend 6,5 Prozent aller analysierten Einweisungen, gingen die Beschwerden auf Medikamenten-Nebenwirkungen zurück, schließen Pirmohamed und Kollegen. Die Patienten blieben im Mittel acht Tage in stationärer Behandlung und beanspruchten damit vier Prozent der Bettenkapazität der zwei Krankenhäuser. Die Mediziner schätzen, dass derartige Fälle dem britischen Gesundheitssystem jährlich Kosten von 466 Millionen Pfund verursachen, umgerechnet fast 700 Millionen Euro.
Häufige Nebenwirkungen waren Blutungen im Magendarmtrakt, Übelkeit und Erbrechen, Störungen der Nierenfunktion, Herzrasen und niedriger Blutdruck. Nach Einschätzung der Mediziner waren insgesamt 72 Prozent aller Fälle möglicherweise oder definitiv vermeidbar. Die Resultate verdeutlichten, "dass jene, die Medikamente verschreiben, bei jedem Patienten den Bedarf für einen bestimmten Wirkstoff ermitteln und den Wirkstoff in einer möglichst niedrigsten Dosierung einsetzen müssen."
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