"Magnetische Glocke" misst Blutzucker
Ein kaum fingernagelgroßer Sensor könnte Diabetikern eine berührungslose und damit schmerzfreie Messung des Blutzuckerspiegels ermöglichen.
(jkm) - Das von amerikanischen Ingenieuren entwickelte Gerät wird unter die Haut beispielsweise der Hand oder des Unterarms verpflanzt und ändert seine magnetischen Eigenschaften je nach der Glucose-Konzentration in seiner Umgebung.
"Wann immer eine Messung nötig ist, hält die Person ihre Hand oder ihren Arm vor ein Lesegerät, das den Sensor automatisch erkennt", erläutert Craig Grimes von der Pennsylvania State University, University Park. Ein sechs Millimeter langer Sensor könne auf diese Weise aus einer Entfernung von bis zu 15 Zentimetern ausgelesen werden. Grimes und sein Team präsentieren ihre Entwicklung im Fachblatt "Analytical Chemistry".
Der Sensor enthält einen magnetischen Kern, der durch eine Magnetspule im Lesegerät in leichte Schwingungen versetzt wird. Beschichtet ist er mit einem Polymer, das je nach Säuregrad in der Umgebung unterschiedlich stark aufquillt und so die Schwingungen mehr oder weniger stark behindert. Der Polymermantel ist wiederum mit dem Enzym Glucoseoxidase gespickt, das den Blutzucker Glucose zu einer Säure umsetzt. Mehr Blutzucker bedeutet daher mehr Säure und damit ein deutlich verändertes Schwingungsverhalten.
Der zuckerabhängige Klang dieser "magnetischen Glocke" wird von dem Lesegerät aufgefangen und analysiert. Grimes schätzt, dass die Materialkosten für Sensor und Lesegerät unter 50 Euro liegen dürften. Zudem könne diese Technik, wie sie ähnlich auch in Boutiquen und Kaufhäusern als Diebstahlsicherung eingesetzt wird, zum Nachweise zahlreicher weiterer Agenzien eingesetzt werden, beispielsweise Giftstoffen oder Krankheitserregern.
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