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- 24.06.2004 -

 

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Südhalbkugel wichtiger für Klima als angenommen

Der Südozean könnte eine größere Rolle bei kurzfristigen Klimaänderungen spielen, als bisher angenommen.

(jkm) - Zu diesem Schluss kommt eine internationale Gruppe von Geowissenschaftlern nach der Analyse von Meeressedimenten aus dem Südostpazifik. Das bessere Verständnis vergangener Klimaveränderungen hilft, kommende Veränderungen einzuschätzen.

"Unsere Daten zeigen uns erstmals, dass die Antarktis das Klimageschehen der Südhalbkugel wesentlich stärker und großräumiger beeinflusst, als bisher angenommen", erläutert Frank Lamy vom GeoForschungsZentrum Potsdam und vom DFG-Forschungszentrum Ozeanränder in Bremen. "Die Meeressedimente, die wir untersucht haben, zeigen deutlich, dass vor Chile die Temperaturen des Oberflächenwassers mit dem Klimageschehen der Antarktis eng zusammenhängen."

Grönländisches Eis und nordatlantischer Schlick bergen die Spuren abrupter Klimaveränderungen während und nach der letzten Eiszeit. Den Motor für diese Veränderungen vermutete man bislang im Nordatlantik. Unklar war allerdings, inwieweit die Südhalbkugel dem Rhythmus des Nordens folgte bzw. sich entgegengesetzt verhielt. Zwar lassen antarktische Eisbohrkerne auf eine Erwärmung im Süden bei einer Abkühlung im Norden schließen. Die Gletscher in Nord- und Südamerika könnten dagegen sogar synchrone Veränderungen gezeigt haben.

Lamy und seine deutschen, norwegischen und US-amerikanischen Kollegen studierten nun einen Sedimentbohrkern, der im Rahmen des internationalen "Ocean Drilling Program" vor der Südküste Chiles erbohrt worden war. Die Analyse der 8.000 bis 50.000 Jahre alten Ablagerungen zeigte, dass die Temperaturen an der Meeresoberfläche in der Region sehr wohl dem antarktischen Rhythmus folgten. Das gleiche galt für die Niederschläge, erkennbar an wechselnden Schmelzwassereinträgen aus den Gletschern Patagoniens.

Allerdings schienen die Gletscher mit einer deutlichen Verzögerung von bis zu 1.000 Jahren auf die Veränderungen der Meerestemperaturen zu reagieren. Nach Ansicht der Forscher könnte dieses Resultat helfen, die bisherigen Widersprüche zu klären: "Unsere Daten lassen vermuten, dass zumindest die patagonischen Gletscher zu langsam reagieren, um solch abrupte Klimawechsel verlässlich nachzuzeichnen", so Lamy.

 


© ArtToday

Die Antarktis beeinflusst das Klimageschehen der Südhalbkugel wesentlich stärker, als bisher angenommen.

 

 Mehr Informationen:

Forschungszentrum Ozeanränder

Ocean Drilling Program

 

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