Raucher verlieren zehn Lebensjahre
Raucher sterben ein Jahrzehnt früher als
Nichtraucher. Aber auch im fortgeschrittenen Alter lohnt es sich
noch, dem Tabak abzuschwören.
(jkm) - Raucher sterben ein Jahrzehnt früher als Nichtraucher.
Das zeigt eine vor über 50 Jahren begonnene Studie unter
fast 35.000 britischen Ärzten, die das "British Medical
Journal" jetzt veröffentlicht. Allerdings lohnt es auch
im fortgeschrittenen Alter noch, dem Tabak abzuschwören.
"In den letzten Jahrzehnten haben Vorbeugung und bessere
Behandlungsmethoden die Sterblichkeit unter älteren Nichtrauchern
in Großbritannien halbiert", erläutert Sir Richard
Doll von der University of Oxford, einer der Initiatoren der Studie.
"Dieser Fortschritt ist durch die rapide anwachsenden Gefahren
für jene, die weiter rauchen, vollständig zunichte gemacht
worden."
Sir Richard und seine Kollegen verfolgten ab 1951 den Werdegang
von 34.439 männlichen Ärzten. In unregelmäßigen
Abständen, zuletzt im Jahr 2001, befragten sie die Studienteilnehmer
nach ihren Rauchgewohnheiten und holten bei Sterbefällen
Informationen zur jeweiligen Todesursache ein. Die Sterblichkeit
unter den rauchenden Teilnehmern war demnach deutlich erhöht.
Hauptursache waren typische Raucherkrankheiten wie Gefäß-
und Atemwegserkrankungen und Tumoren.
Die rauchenden Ärzte der Jahrgänge 1900 bis 1930 starben
im Schnitt zehn Jahre früher als nichtrauchende Altersgenossen.
Besonders stark war der Effekt bei jenen, die um das Jahr 1920
herum geboren und als junge Rekruten von der Armee mit preiswerten
Zigaretten versorgt worden waren.
Immerhin scheint es nie zu spät zu sein, das Rauchen aufzugeben,
fanden Sir Richard und seine Kollegen: Selbst jene Teilnehmer,
die erst im Alter von 60 Jahren dem Tabak entsagt hatten, konnten
drei verlorene Lebensjahre "zurückgewinnen".
|