Natürlich koffeinarm
Besonders koffeinarme Kaffeepflanzen haben brasilianische
Wissenschaftler entdeckt.
(jkm) - Wie die Forscher im Magazin "Nature" berichten,
scheinen die Pflanzen aufgrund einer Mutation kaum noch Koffein
herstellen zu können. Diese Eigenschaft sollte sich binnen
weniger Jahre auf die kommerziell am stärksten genutzten
Kaffeelinien übertragen lassen.
Die aus Äthiopien stammenden Pflanzen gehören zur Art
Coffea arabica, berichten Luiz Fazuoli vom Instituto Agronômico
de Campinas und seine Kollegen, und damit zu der am häufigsten
angebauten und konsumierten Kaffee-Spezies. Umso leichter sollten
die gewünschten Eigenschaften durch gezielte Kreuzung übertragen
werden können. Die neuen Resultate zeigten, wie nützlich
das Anlegen und Charakterisieren von Samenbanken sei, so die Forscher.
Entkoffeinierter Kaffee macht etwa ein Zehntel des weltweiten
Kaffeekonsums aus. Gebrüht wird er aus Kaffeebohnen, denen
man vor der Röstung mit organischen Lösungsmitteln,
Wasser bzw. Kohlendioxid das Koffein entzogen hat. Seit einigen
Jahren wird versucht, auf gentechnischem Weg koffeinarme Kaffeepflanzen
zu erzeugen - bislang mit mäßigem Erfolg. Dagegen haben
Fazuoli und seine Kollegen seit 1987 mehrere Tausend Kaffeepflanzen
aus aller Welt auf ihren Koffeingehalt untersucht, um Ansatzpunkte
für traditionelle Züchtungsmethoden zu finden.
Die Samen der drei jetzt identifizierten Kaffeepflanzen enthalten
pro Gramm Trockengewicht lediglich 0,76 Milligramm Koffein, berichten
die Forscher. Kommerzielle Linien bringen es dagegen auf über
10 Milligramm. Umgekehrt enthalten die koffeinarmen Pflanzen besonders
viel Theobromin, das letzte Zwischenprodukt in der biologischen
Koffeinsynthese. Offenbar ist das Gen für das entsprechende
Enzym, die Koffeinsynthase, bei den koffeinarmen Pflanzen mutiert.
Weitere Versuche bekräftigten diese Vermutung, schreiben
Fazuoli und Kollegen.
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