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- 14.06.2004 -

 

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Unsere Warmzeit endet erst in 15.000 Jahren

Forscher haben Geheimnisse der Klimageschichte gelüftet, die bisher in antarktischem Eis eingeschlossen waren.

(vv) - Wissenschaftler und Techniker aus zehn europäischen Ländern haben im Rahmen eines seit acht Jahren laufenden Projektes am so genannten Dome C auf dem Inlandeisplateau der Ostantarktis einen drei Kilometer langen Eiskern erbohrt. Laboranalysen dieses Eiskerns zeigen, wie sich in der Vergangenheit die Temperaturen geändert haben und die Zusammensetzung der Atmosphäre gewandelt hat. Der Eiskern enthält - soweit bisher analysiert - Schneefälle aus mindestens 740.000 Jahren. Damit stellt er zugleich die längste kontinuierliche Klimaaufzeichnung dar, die je aus Eiskernen gewonnen wurde, teilte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung mit.

Erste Ergebnisse bestätigen, dass die Erde während der letzten 740.000 Jahre acht Eiszeiten (Glaziale) erlebt hat, in denen das Klima erheblich kälter war als heute, und acht wärmere Perioden (Interglaziale). In den letzten 400.000 Jahren waren diese Perioden durch Temperaturen gekennzeichnet, die den heutigen Werten ähneln. Vor dieser Zeit war es in den warmen Perioden kälter als heute. Zugleich dauerten die Warmzeiten länger.

Warmzeit wird noch 15.000 Jahre andauern

Aus dem Vergleich dieser charakteristischen Klimaänderungen in der Vergangenheit mit Daten zu den derzeitigen globalen Umweltbedingungen schließen die Wissenschaftler, dass die gegenwärtige Warmzeit ohne menschlichen Einfluss noch mindestens 15.000 Jahre andauern wird.

In einem nächsten Schritt werden die Wissenschaftler die Luft der Vergangenheit, die in winzigen Bläschen im Eis eingeschlossen ist, analysieren um herauszufinden, wie sich die Zusammensetzung der Atmosphäre verändert hat. Vorläufige Analysen zeigen, dass die gegenwärtige Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre den höchsten Wert der letzten 500.000 Jahre erreicht hat. Das Verständnis der Prozesse, die in der Vergangenheit zu Klimaänderungen geführt haben, hilft den Wissenschaftlern Vorhersagen für künftige Klimaänderungen zu verbessern.

Klimageschichte der letzten 900.000 Jahre

Die Bohrung an Dome C ist ein Teil des European Project for Ice Coring in Antarctica (EPICA). Das Bohrteam arbeitete an Dome C bei Temperaturen bis unter -40 °C, in einer abgelegenen Region, die von der nächsten Forschungsstation über 1000 Kilometer entfernt liegt. Das EPICA-Konsortium wird die Bohrung Anfang Dezember 2004 fortsetzen und hofft, in der nächsten Bohrkampagne den Felsuntergrund zu erreichen. Lediglich 100 Meter sind noch zu bohren. - 100 Meter, die die Klimaaufzeichnungen noch weiter in die Vergangenheit verlängern werden: Wenn alles klappt, steht den Glaziologen für ihre Untersuchungen bald über 900.000 Jahre altes antarktisches Eis zur Verfügung.

 

 Mehr Informationen:

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung

 

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