Kleine Fische für gesunde Babys
Der Verzehr einiger Fischarten bietet Schwangeren
einen gewissen Schutz vor Quecksilber.
(jkm) - Japanische Forscher haben erstmals belegt, dass Schwangere
durch Verzehr von Meeresfrüchten nicht nur die Quecksilberbelastung
ihrer ungeborenen Kinder erhöhen können. Je nach Art
der Fische oder Schalentiere kommen auch unterschiedliche Mengen
essenzieller Omega-3-Fettsäuren hinzu, die möglicherweise
einen gewissen Schutz vor dem Schwermetall bewirken können.
In jedem Falle sollten Schwangere sich auf kleine Fischarten
beschränken, raten die Forscher um Mineshi Sakamoto vom National
Institut for Minamata Disease in Minamata. Die Stadt auf der japanischen
Insel Kyushu war in den 50er-Jahren zu trauriger Berühmtheit
gelangt, als Tausende Einwohner Vergiftungssymptome entwickelten
und sich Missbildungen bei Neugeborenen dramatisch häuften.
Ursache war Methylquecksilber, das mit dem Abwasser einer Firma
ins Meer gelangt war und sich in der Nahrungskette angereichert
hatte. In großen Raubfischen, beispielsweise Haien oder
Schwertfischen, ist das Quecksilbersalz besonders hoch konzentriert.
Sakamoto und Kollegen untersuchten nun das Blut von 63 japanischen
Frauen und das Nabelschnurblut ihrer Neugeborenen. Je höher
die Konzentration von Methylquecksilber in den roten Blutkörperchen
der Mütter war, desto höher war auch der Wert bei ihren
Kindern. Eine ähnliche Korrelation fanden die Forscher zwischen
den mütterlichen und kindlichen Spiegeln der Docosahexaensäure
sowie zwischen den Konzentrationen dieser essenziellen Fettsäure
und des Quecksilbersalzes im Nabelschnurblut.
Laut einer auf den Färöern durchgeführten Studie
hat bereits eine geringe Quecksilberzufuhr mit der Nahrung einen
schädlichen Effekt auf die frühkindliche Entwicklung.
Eine zweite Studie auf den Seychellen hatte keinen solchen Zusammenhang
nachweisen können. Auf den Speisezetteln der jeweiligen Bevölkerungen
stehen unterschiedliche Arten von Fisch, Schalentieren und Meeressäugern.
Sakamoto und Kollegen vermuten nun, dass zumindest einige Fettsäuren
vor den Folgen der Quecksilberaufnahme schützen und dass
die Seychellen-Bewohner so von einer höheren Fettaufnahme
profitieren.
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