Körperwärme soll Implantate antreiben
Das Temperaturgefälle zwischen Körperinnerem
und Haut könnte dazu dienen, Implantate mit Strom zu versorgen.
(jkm) - Den Großteil der mit der Nahrung aufgenommenen
Kalorien gibt der menschliche Körper als Wärme ab. Amerikanische
Entwickler wollen diese Energiequelle für medizinische Zwecke
anzapfen, berichtet das Magazin "New Scientist" in seiner
neuen Ausgabe. Das Temperaturgefälle zwischen Körperinnerem
und Haut soll dazu dienen, Implantate mit Strom zu versorgen.
Die Batterien in Herzschrittmachern und Defibrillatoren können
zehn Jahre und länger halten, müssen dann jedoch im
Rahmen eines leichten Eingriffs ausgetauscht werden. Die Firma
Biophan Technologies in West Henrietta, New York, will den Zeitraum
zwischen diesen Operationen auf mindestens dreißig Jahre
strecken. Erreicht werden soll dies mit Hilfe des thermoelektrischen
Effekts.
Der Effekt beruht darauf, dass zwei Materialien, beispielsweise
Eisen und Kupfer, eine unterschiedliche "Anziehungskraft"
auf Elektronen ausüben. Berühren sich die zwei Materialien,
entsteht an der Kontaktstelle daher eine elektrische Spannung,
deren Höhe von der Temperatur abhängt - zwei unterschiedlich
warme Kontaktstellen ergeben so einen kleinen Stromgenerator.
Biophan Technologies plant, Tausende solcher Generatoren in Reihe
geschaltet auf einem wenige Quadratzentimeter großen Chip
unterzubringen. Unter der Haut eines Patienten in einem Temperaturgefälle
von zwei Grad Celsius platziert, könnte dieser eine Leistung
von 100 Mikrowatt bei einer Spannung von vier Volt liefern.
Diese eher bescheidene Ernte könnte genutzt werden, um die
Batterien von Herzschrittmachern laufend neu aufzuladen und so
ihre Lebensdauer deutlich zu erhöhen. Zukünftige Implantate
mit einem geringeren Energiehunger könnten dank des Wärmekraftwerks
unter der Haut vielleicht gänzlich ohne "Wartungsoperationen"
auskommen.
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