Gut gestapelt: Neuer Brennstoffzellen-Rekord
Einen neuen Rekord vermelden Wissenschaftler
des Forschungszentrums Jülich. Ihre Brennstoffzelle läßt
für den Einsatz in Fahrzeugen hoffen.
(jkm) - Mit Wasserstoff als Brenngas konnten die Forscher einem
Stapel von 60 Brennstoffzellen schon bei relativ niedrigen Betriebstemperaturen
eine Leistung von 13,3 Kilowatt entlocken. Der Generator läuft
genügend lang, um den Einsatz etwa in Elektrofahrzeugen ins
Auge zu fassen.
Brennstoffzellen wandeln die Energie chemischer Reaktionen besonders
effizient in Strom und Wärme um. Im Idealfall, bei Betrieb
mit Wasserstoff, fällt dabei nur Wasserdampf als "Abgas"
an. Vor allem für Anwendungen im großen Maßstab
sind Festoxid-Brennstoffzellen (Solid Oxide Fuel Cells, SOFC)
heiße Kandidaten - und das im doppelten Sinne: Zwar können
Brennstoffzellen dieses Typs besonders effizient arbeiten, ihr
keramischer Elektrolyt muss dazu jedoch auf hohe Temperaturen
von bis zu 1.000 Grad Celsius gebracht werden.
Die Jülicher Forscher um Robert Steinberger-Wilckens arbeiten
daran, diesen Wert zu senken. Ihr Trick: Statt einer voluminösen
Brennstoffzelle stapeln sie viele scheibenförmige Brennstoffzellen
übereinander, deren dünne Elektrolytschichten schon
bei relativ niedrigen Temperaturen ausreichend leitfähig
werden. Der 40 Zentimeter hohe Rekordstapel der Gruppe kommt daher
mit einer mittleren Betriebstemperatur von 760 Grad Celsius aus.
Außer Wasserstoff "verdaut" er auch Methan als
Brenngas und liefert dann eine Leistung von 11,9 Kilowatt.

© Forschungszentrum Jülich
Der neue Brennstoffzellenstapel besteht
aus 60 planaren Einzelzellen und liefert eine Leistung
von 13,3 Kilowatt.
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Für Einsatz in Fahrzeugen geeignet
Die relativ niedrige Betriebstemperatur wirkt sich günstig
auf die Lebensdauer des Generators aus: Der Jülicher Stapel
läuft seit über 1.100 Stunden im Dauerbetrieb und hat
in dieser Zeit nur etwa drei Prozent an Leistung eingebüßt.
"Zurückzuführen ist das auf das Verhalten einzelner
Zellebenen, weniger auf das 'Altern' des gesamten Stapels",
erläutert Steinberger-Wilckens.
Für die stationäre Stromversorgung, beispielsweise
in Mehrfamilienhäusern, seien Betriebszeiten von über
40.000 Stunden notwendig. Für den Einsatz in Fahrzeugen reichten
dagegen 5.000 bis 10.000 Stunden. Diesem Ziel sei man nun ein
gutes Stück näher gekommen.
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