vista verde SucheNewsThemenAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   W i s s e n s c h a f t   &   T e c h n i k


- 07.06.2004 -

 

  Nachrichten aus Umwelt und Natur täglich frei Haus - abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter:
 
 
[ mehr Infos ]


 

Arktis: Auf den Spuren des Klimawandels

Im größten EU-Projekt zur Klimaforschung wollen Wissenschafter Bohrungen am arktischen Meeresboden vornehmen.

(vv) - Im August 2004 wird ein neues, spannendes Kapitel in der Geschichte der Arktisforschung aufgeschlagen. Im Rahmen der "Arctic Coring Expedition" (ACEX) machen sich drei Eisbrecher auf den Weg Richtung Nordpol, um Bohrungen am arktischen Meeresboden vorzunehmen. Durch Untersuchungen von Meeressedimenten will ein internationales Team von Wissenschaftlern die arktische Klima- und Umweltgeschichte der letzten 50 Millionen Jahre nachzeichnen: von der Zeit vor der Entstehung des arktischen Meereises bis hin zur heutigen Klimaepoche, die vom menschlich verursachten Treibhauseffekt geprägt ist. Bislang gibt es dafür aus dieser Region kein Untersuchungsmaterial.

Bohrkerne werden in Bremen untersucht

Nach Abschluss der Expedition werden die gewonnenen Bohrkerne in das Sediment-Kernlager des DFG-Forschungszentrums "Ozeanränder" an der Universität Bremen gebracht, wo eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern im kommenden November detaillierte Untersuchungen durchführen wird. ACEX ist der erste europäische Beitrag zu einem neuen internationalen Forschungsprogramm der Geowissenschaften, dem Integrated Ocean Drilling Program (IODP), das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den nächsten zehn Jahren mit rund 50 Millionen Euro unterstützen wird.

Klimaarchiv vergangener Zeiten

Die Expedition zum Nordpol ist ein in wissenschaftlicher, technischer und logistischer Hinsicht spektakuläres Projekt. Zum ersten Mal werden aus dem eisbedeckten arktischen Meer Sedimentbohrkerne geborgen - ein Umweltarchiv, das Auskunft über klimatische Veränderungen vergangener Zeiten gibt. Die Bohrkerne geben Aufschluss über Wassertemperaturen, Salzgehalt und Meeresströmungen und liefern zudem Informationen darüber, wie und wann sich das Meereis der Arktis gebildet hat. Diese Erkenntnisse sind von hoher Bedeutung für das Verständnis globaler Klimaveränderungen. Die Bohrungen finden in unmittelbarer Polnähe am Lomonosow-Rücken statt. Dieser untermeerische Gebirgszug erstreckt sich von Nordgrönland quer durch das Polarmeer bis nach Sibirien.

Bohrungen in 1.000 Metern Wassertiefe

Die Gewinnung von Sedimenten im Arktischen Meer erfordert hohen logistischen Aufwand. Daher wird die Expedition mit drei Eisbrechern durchgeführt: der Vidar Viking als speziell ausgerüstetem Bohrschiff, der schwedischen Oden sowie dem russischen Atomeisbrecher Sowetski Sojus. Die Bohrungen in etwa 1.000 Metern Wassertiefe werden von der Vidar Viking aus vorgenommen. Aufgabe der beiden anderen Eisbrecher ist es, das Bohrschiff während der rund dreiwöchigen Arbeiten vor driftenden Eisschollen und meterdicken Packeisrücken zu schützen.

Das Bremer DFG-Forschungszentrum "Ozeanränder" unterhält eines von weltweit vier Sediment-Kernlagern. Diese Kernlager sind Treffpunkte für marine Geowissenschaftler aus vielen Nationen.

 


© ArtToday

Im August 2004 machen sich drei Eisbrecher auf den Weg Richtung Nordpol, um Bohrungen am arktischen Meeresboden vorzunehmen.

 

 Mehr Informationen:

Forschungszentrum "Ozeanränder"

ACEX

 

 Lesen Sie auch:

Klimawandel: Forscher befürchten grönländische Eisschmelze

Arktis: Eisdecke wird immer dünner

Suche nach dem ältesten Eis der Alpen

Grönland: Tiefste Eisbohrung stößt auf Grund

Alte Logbücher: Zeugnisse des Klimawandels

Weitere Meldungen zum Thema Klimawandel

 

 Werbung

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Themen | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2004
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung