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- 02.06.2004 -

 

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Kurze Wege für günstiges Wasser

Den nachhaltigen Umgang mit Wasser erproben Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft in einem Neubaugebiet in Baden.

(jkm) - Der größte Kostenfaktor in der kommunalen Wasserwirtschaft ist nicht das Wasser, sondern das Leitungsnetz. Eine Alternative erproben Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft in einem Neubaugebiet im badischen Knittlingen. Auf etwa 100 Grundstücken wird künftig Regenwasser gesammelt, genutzt, und dann in den Boden geleitet. Zwischenzeitlich mit organischem Material "angereichert", kann es sogar Strom liefern.

Das System schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe, glauben die Forscher vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) in Stuttgart und vom Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe. Einerseits reduziere es die Kosten für die Wasser-Infrastruktur. Andererseits wirke es einem Absinken des Grundwasserspiegels entgegen und stelle gleichzeitig einen Hochwasserschutz dar. Das Vorhaben wird im Rahmen des Projekts DEUS 21 (Dezentrale Urbane Infrastruktur-Systeme) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

 


© FHG

In Gegenden mit ausreichend Niederschlägen lohnt es sich besonders, Regenwasser zu nutzen, anstatt es in eine Kläranlage einzuleiten.

 

Zentrale Sammlung des Regenwassers

Das Konzept sieht vor, das Regenwasser aller Grundstücke zu sammeln und in einer zentralen Anlage durch Membranfiltration auf Trinkwasserqualität zu bringen. Über ein eigenes Brauchwassernetz steht es den Haushalten dann wieder zur Verfügung und eignet sich etwa für die Körperpflege, zur Versorgung von Waschmaschine und Geschirrspüler, für die Toilettenspülung und zum Bewässern des Gartens. Da es praktisch frei von Mineralsalzen ist, werden Entkalkungsmittel oder Weichspüler überflüssig.

Aus Abwasser Biogas gewinnen

Das häusliche Abwasser wird wiederum über ein Vakuumkanalsystem abgesaugt, wie es in skandinavischen Ländern weit verbreitet, hierzulande jedoch eher aus Flugzeugen und Zügen bekannt ist. In einem zentralen Reinigungsreaktor werden die organischen Bestandteile zu Biogas vergoren und Phosphor- und Stickstoffsalze zu Dünger umgesetzt. Die Anlage kann auch Küchenabfälle verarbeiten und soll aus dem Biogas zumindest ihren Eigenbedarf an Elektrizität und Wärme decken. Das gereinigte Abwasser versickert dann an Ort und Stelle im Boden - wie es auch der Regen getan hätte.

 

 Mehr Informationen:

Fraunhofer-IGB

DEUS 21

Nachhaltige Wasserwirtschaft & Lokale Agenda 21

 

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