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- 01.06.2004 -

 

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Blutgefäße sind "Morgenmuffel"

Viele Menschen brauchen morgens etwas länger, um richtig wach zu werden. Ähnliches gilt für Arterien, haben Mediziner festgestellt.

(jkm) - Am frühen Morgen reagieren die Blutgefäße deutlich weniger stark auf eine Veränderung des Blutflusses als zu anderen Tageszeiten, berichten US-Mediziner im Fachblatt "Circulation".

"Ärzte wissen seit Jahren, dass die Morgenstunden eine kritische Zeit für Herz-Kreislaufvorfälle wie Herzinfarkt, plötzlicher Herztod oder Schlaganfall sind", erläutert Virend Somers von der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota. "Die neuen Resultate könnten diese Häufung erklären helfen. Tatsächlich reagieren die Blutgefäße gesunder, junger Probanden am frühen Morgen ähnlich wie die von Rauchern und Diabetikern."

Die Blutgefäße werden nicht nur passiv durch den Blutdruck gedehnt, dank einer Muskelschicht können sie ihre Weite auch aktiv regulieren. Diese Tatsache wird beispielsweise zur Behandlung von Herzattacken und Erektionsstörungen genutzt. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Endothelzellen auf der Innenwand der Blutgefäße. Somers und seine Kollegen testeten zu verschiedenen Uhrzeiten die Funktion dieser Zellen bei 30 gesunden Männern und Frauen im Alter von durchschnittlich 41 Jahren.

Dazu stauten die Mediziner per Manschette die Armarterie der Probanden, gaben den Blutfluss plötzlich wieder frei und verfolgten per Ultraschall, wie sich das Blutgefäß weitete. Zu ihrem Erstaunen stellten sie fest, dass das Endothel morgens um 6 Uhr gut 40 Prozent weniger zur Weitung der Arterie beitrug als abends um 21 Uhr (7,5 bzw. 4,4 Prozent). Gegen 11 Uhr hatten die Endothelzellen jedoch wieder ihre volle Regel-Kraft erreicht. Die Forscher wollen nun eingehender untersuchen, ob diese morgendliche Trägheit des Endothels zur Häufung von Infarkten beiträgt.

 

 Mehr Informationen:

Mayo Clinic

Bau der Arterien

Alles über Herz - Gehirn - Gefäße

 

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