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- 01.06.2004 -

 

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Länger leben durch Ineffizienz?

Ein hochtouriger Stoffwechsel könnte der Schlüssel zu einem langen Leben sein - jedenfalls bei Mäusen.

(jkm) - Auch in biologischen Kraftwerken geht Energie in Form von Wärme verloren. Diese Ineffizienz könnte einen segensreichen Effekt haben, glauben britische Biologen nach Untersuchungen an Mäusen. Dabei entpuppten sich ausgerechnet jene Tiere als besonders langlebig, in deren Zellkraftwerken besonders viel Energie "verpuffte" und die deshalb einen hochtourigen Stoffwechsel aufwiesen.

Laut Martin Brand von der MRC Dunn Human Nutrition Unit in Cambridge und seinen Kollegen widerspricht dieser Befund der Annahme, dass eine hohe Stoffwechselrate automatisch eine rasche Produktion aggressiver Sauerstoffverbindungen und damit schnelleres Altern bedeutet. Das Gegenteil ist der Fall, glauben die Forscher: Indem die Zellkraftwerke mehr Energie verpuffen lassen, vermeiden sie die Entstehung von Sauerstoffradikalen und Superoxiden.

Sieben Jahre verfolgten die Wissenschaftler das Treiben in einer Kolonie von Labormäusen. Die Datenanalyse zeigte einen positiven Zusammenhang zwischen der Stoffwechselrate, gemessen als Futterkonsum pro Gramm Körpermasse, und der Lebensspanne der Nager: Die Mäuse mit den höchsten Stoffwechselraten lebten im Schnitt ein Drittel länger als Artgenossen mit besonders niedertourigem Stoffwechsel. Die Körpermasse und der Fettanteil daran schienen keine Rolle zu spielen, berichtet das Team im Fachblatt "Aging Cell".

Aus energetischer Sicht arbeiteten die Zellkraftwerke, die Mitochondrien, der langlebigen Tiere besonders ineffizient, fanden die Forscher. Bei früheren Experimenten hatten sie entdeckt, dass in solchen Mitochondrien weniger Sauerstoffradikale als Nebeneffekt der ATP-Produktion entstehen.

Sollten die Resultate auf den Menschen übertragbar sein, könnte das Phänomen medizinisch genutzt werden, spekulieren Brand und Kollegen - wenn nicht zur Verzögerung des Alterns, dann doch zur Verbrennung überschüssiger Fettpolster.

 

 Mehr Informationen:

University of Aberdeen

Mitochondrien

Immer länger leben?

 

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