Nachwuchs aus 21 Jahre lang gefrorenem Sperma
Britische Mediziner haben einem Paar mit 21
Jahre lang tiefgefrorenen Spermien zu einem gesunden Kind verholfen.
(jkm) - Der Mann war im Alter von 17 Jahren an Hodenkrebs erkrankt
und im Laufe der nachfolgenden Behandlung unfruchtbar geworden.
"Dieser Fall belegt, dass Qualität und Fertilität
von Spermien durch Einfrieren über längere Zeit erhalten
werden können", so Greg Horne vom St. Mary's Hospital
in Manchester. Dieses Wissen sei umso bedeutender, als junge Krebspatienten
unter beträchtlichem emotionalen Stress ständen und
daher kaum über die künftige Familienplanung nachdächten.
Gerade bei Hodenkrebs beständen mittlerweile jedoch gute
Überlebenschancen.
Bei dem Vater des Kindes war im Jahr 1979 ein bösartiges
Hodenteratom festgestellt worden, berichten Horne und seine Kollegen
im Fachblatt "Human Reproduction". Zu diesem Zeitpunkt
wurden mehrere Spermaproben des Patienten tiefgefroren. Nach der
Entfernung des rechten Hodens musste er sich Bestrahlungen, Chemotherapien
und schließlich einer zweiten Operation unterziehen. Zwar
galt der Mann seit 1992 als geheilt, hatte jedoch auch seine Zeugungsfähigkeit
eingebüßt.
Seine Partnerin und er entscheiden sich daher für eine assistierte
Reproduktion. Horte und seine Kollegen nutzten die tiefgefrorenen
Spermaproben und injizierten einzelne Samenzellen direkt in die
Eizellen der Frau. Drei der auf diese Weise erzeugten Embryonen
wurden wiederum tiefgefroren, zwei davon wurden im Jahr 2001 aufgetaut
und in die Gebärmutter der Partnerin eingepflanzt.
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