Brustkrebs bei Männern wird häufiger
Brustkrebs tritt bei Männern relativ selten
auf. Seine Häufigkeit hat in den letzten Jahrzehnten jedoch
deutlich zugenommen.
(jkm) - Wie amerikanische Mediziner in einer aktuellen Studie
ermittelt haben, wird der Krebs bei Männern zudem erst im
fortgeschrittenen Stadium festgestellt, wenn er bereits auf benachbarte
Gewebe übergegriffen und Tochtergeschwüre gebildet hat.
"Es grenzt schon fast an Ironie, dass die Tumoren bei Männern
leichter zu ertasten sind, die Krankheit bei ihnen jedoch sehr
viel später entdeckt wird als bei Frauen", so Sharon
Giordano von der University of Texas in Houston. Möglicherweise
bemerkten einige der betroffenen Männer die Veränderungen
der Brust bereits relativ früh, sähen darin jedoch eine
gutartige Gynäkomastie.
Giordano und ihre Kollegen werteten Daten eines US-Krebsregisters
aus, das für die Jahre 1973 bis 1998 rund 2.500 Fälle
von Brustkrebs bei Männern und über 380.000 Fälle
von Brustkrebs bei Frauen erfasst hatte. Wie die Forscher im Fachblatt
"Cancer" berichten, ist die Rate der Neuerkrankungen,
die Inzidenz, in diesem Zeitraum von 0,86 auf 1,08 Fälle
pro 100.000 Männer gestiegen. Auch die Häufigkeit von
Brustkrebs bei Frauen hat in den letzten Jahrzehnten deutlich
zugenommen.
Neben diesen Ähnlichkeiten gibt es klare Unterschiede, berichten
die Mediziner. Männer sind zum Zeitpunkt der Diagnose im
Schnitt 67 Jahre alt und damit fünf Jahre älter als
weibliche Patientinnen. Der Krebs ist bei ihnen häufig schon
aus seinem Ursprungsgewebe, meist die Wandung der Brustdrüsengänge,
ausgebrochen und hat auch die Lymphknoten der Achseln befallen.
Zudem trügen die entarteten Zellen bei Männern häufiger
als bei Frauen Rezeptoren für das Hormon Östrogen. Daher
könne eine Behandlung mit den entsprechenden Hemmstoffen
vielleicht von Nutzen sein.
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