Zink hilft bei Lungenentzündung
Jährlich sterben fast zwei Millionen Kinder
unter fünf Jahren an Lungenentzündung. Auf verblüffend
einfache Weise könnten vermutlich viele dieser Kinder gerettet
werden.
(jkm) - Die Gabe von Zink, etwa in Form eines Sirups, beschleunigt
die Erholung der kleinen Patienten und verkürzt den Krankenhausaufenthalt.
Dies schreiben Mediziner aus den Vereinigten Staaten und Bangladesch
im Fachblatt "The Lancet".
"Bei jenen Kindern, die Zink erhielten, musste die Antibiotika-Behandlung
zudem seltener umgestellt werden", erläutert Abdullah
Brooks vom International Centre for Diarrhoeal Disease Research
in Dhaka und der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland.
Daher könne die Verabreichung von Zink gerade in Regionen
mit einer schlechten medizinischen Versorgung Leben retten, die
Behandlungskosten senken und die Entwicklung antibiotikaresistenter
Bakterienstämme bremsen.
Frühere Studien hatten vermuten lassen, dass Zink die Schlagkraft
der Körperabwehr vor allem im frühen Stadium der Immunantwort
erhöht. Brooks und seine Kollegen verfolgten nun die Genesung
von 270 Kindern im Alter von zwei bis 23 Monaten, die mit einer
schweren Pneumonie in ein Krankenhaus in Bangladesch eingeliefert
worden waren. Eine Hälfte der Patienten erhielt zusätzlich
zu der normalen Behandlung täglich 20 Milligramm Zink.
Nach durchschnittlich vier Tagen waren diese Kinder wieder frei
von den Symptomen einer schweren Lungenentzündung - Zusammenziehen
des Brustkorbs beim Luftholen, sehr rasche Atmung und geringe
Sauerstoffsättigung des Blutes - und konnten nach fünf
Tagen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.
Bei jenen Kindern, die kein Zink erhalten hatten, dauerten die
Symptome und der Krankenhausaufenthalt einen Tag länger.
Zink schien allerdings nur jenen Kindern zu helfen, bei denen
die Lungenentzündung eindeutig auf Bakterien zurückging,
und nicht etwa auf Viren.
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