Ozonsmog wird weltweites Problem
Die Luftverschmutzung durch Ozon wird zunehmend
zu einem weltweiten Problem, belegen Max-Planck-Forscher.
(vv) - Ozonmessungen über dem Atlantik zeigen, dass der
Ozongehalt der Luft in den nördlichen mittleren Breiten nur
gering angestiegen ist. Hingegen ist in niedrigen Breiten und
in der südlichen Hemisphäre eine bemerkenswert starke
Ozonzunahme zu beobachten. Demnach habe sich das Problem des Ozonsmogs
inzwischen weit über die bisher betroffenen Gebiete in Europa
und den USA hinaus ausgedehnt, sagen Forscher des Mainzer Max-Planck-Instituts
für Chemie. Sie hatten die Messungen gemeinsam mit dem Deutschen
Wetterdienst durchgeführt und die Ergebnisse jetzt in der
Fachzeitschrift "Science" vorgestellt.
Die Ozonmessungen wurden im Zeitraum 1977-2002 von Schiffen
aus im Atlantischen Ozean durchgeführt. Die Ergebnisse bestätigen,
dass die Ozonkonzentrationen in mittleren Breiten der nördlichen
Hemisphäre hoch sind, wenngleich die Zunahme seit etwa 1980
gering ist. In den Subtropen, Tropen und der südlichen Hemisphäre
hingegen ist der Ozonanstieg überraschenderweise weitaus
stärker. In einigen Gebieten haben sich die Ozonwerte innerhalb
von zwei Jahren sogar verdoppelt. Das Gebiet, in dem die hohen
Ozonkonzentrationen gemessen wurden, liegt überwiegend im
Lee des afrikanischen Kontinents.
Die Max-Planck-Forscher haben berechnet, dass Biomasseverbrennung
und insbesondere der wachsende Energieverbrauch Afrikas wesentlich
zur Zunahme der Stickoxidemissionen beigetragen und damit die
Ozonbildung katalysiert haben. Der weltweit zunehmende Energieverbrauch
führe zu einem Ozonanstieg in großem Maßstab
und verringere damit weltweit die Luftqualität, so das Fazit
der Forscher.
Ozonsmog seit den 40er Jahren
Ozon bildet sich, wenn Stickoxide, die durch Verbrennung fossiler
Brennstoffe und auch durch Biomasseverbrennung freigesetzt werden,
als Katalysator wirken. Dieses bodennahe Ozon wiederum verringert
die Luftqualität und beeinträchtigt die menschliche
Gesundheit, den landwirtschaftlichen Ertrag und natürliche
Ökosysteme. Darüber hinaus ist Ozon ein Treibhausgas,
so dass seine wachsende Konzentration in der Troposphäre
zu Klimaveränderungen beiträgt.
Erstmals wurde Ozonsmog in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts
über Los Angeles identifiziert. Durch die Industrialisierung
nach dem zweiten Weltkrieg stieg bodennahes Ozon in Europa und
den USA in den 1960er und 1970er Jahren stark an. Neben Los Angeles
leiden besonders der östliche Teil der USA und Südeuropa
unter den hohen Ozonkonzentrationen im Sommer, mit der Konsequenz,
dass Luftqualitätsstandards hier oft verletzt werden. Nach
1980 schwächte sich die Ozonzunahme durch die Einführung
von Abgaskatalysatoren für Automobile und die Herabsetzung
der industriellen Emissionen ab.
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