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- 13.05.2004 -

 

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Wie Luftschadstoffe Herz und Gefäße schädigen

Wissenschaftler haben entschlüsselt, wie winzige Staubpartikel die menschliche Gesundheit schädigen.

(vv) - Winzige Staubpartikel, die vor allem aus Abgasen von Autos und Fabriken stammen, können das Herz aus dem Takt bringen. Die Mechanismen, mit denen vor allem die ultrafeinen Teilchen Herz und Gefäße schädigen, haben Wissenschaftler jetzt untersucht. Vor allem ihre geringe Größe macht die weniger als hundert Nanometer kleinen Partikel so gefährlich: Nasenschleimhaut, Membranen und Makrophagen sind eher darauf spezialisiert, größere Teilchen abzufangen. Holger Schulz und Annette Peters vom GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit entdeckten drei Möglichkeiten, wie die Schadstoffe den Organismus schädigen können.

Blut wird zähflüssiger

In der Blutbahn kann der Schwebstaub Blutplättchen aktivieren, die die Gerinnungsfähigkeit des Blutes erhöhen. Das Blut wird dadurch zähflüssiger und die Wahrscheinlichkeit, dass sich Gerinnsel bilden, steigt. Außerdem bewirken die Teilchen, dass Arterien nicht mehr so schnell ihren Durchmesser vergrößern können. Das Herz wird in stressigen Situationen nicht ausreichend durchblutet. Die Folgen sind Herzrhythmusstörungen, die zum Infarkt führen können, so die Forscher.

Herz kommt aus dem Takt

Die Schadstoffe, beeinflussen auch die autonome Kontrolle, die den Herzschlag steuert. Der Puls ist beschleunigt und das Herz schlägt zu regelmäßig unter Einfluss des Staubs. Gleichzeitig kann sich der Muskel nicht mehr so stark zusammenziehen, da der Kalziumhaushalt der Zelle gestört ist. Die veränderte Ionenkonzentration kann überdies zu Kammerflimmern und Herzstillstand führen. Auch über Rezeptoren auf der Oberfläche der Lungenbläschen können die Partikel das autonome Nervensystem beeinflussen und den Sympathikus, der den Körper in Alarmbereitschaft versetzt, aktivieren. Bei vorbelasteten Personen kann dies dazu führen, dass das Herz unregelmäßig schlägt und nicht ausreichend durchblutet ist.

Lungengewebe entzündet sich

Als dritte Möglichkeit können die Partikel das Lungengewebe entzünden, wodurch Botenstoffe freigesetzt werden. Daraufhin gerinnt das Blut schneller und der Körper mobilisiert seine Abwehrkräfte. Als Folge wird mehr Fibrinogen freigesetzt, das Blut wird zähflüssiger und die Arterien verkalken schneller. Reißt so eine arteriosklerotische Stelle, sind die Blutgerinnsel, die sich darauf bilden, umso größer, je mehr Fibrinogen vorhanden ist. Die Gefahr eines Herzinfarkts sei dadurch stark erhöht, warnten die Wissenschaflter.

 


© S. Takenaka/U. Heinzmann/H. Wehnes/GSF

Makrophagen bekämpfen Bakterien und andere Mikroorganismen. Ultrafeine Teilchen sind jedoch zu klein, um gezielt von den Makrophagen aufgenommen zu werden.

 

Feinstäube vor allem aus dem Straßenverkehr

Ab 2005 müssen Städte nach der EU-Rahmenrichtlinie über Luftqualität dafür sorgen, dass auch Grenzwerte für Feinstaub überall im Stadtgebiet eingehalten werden. Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte werden hauptsächlich durch den Straßenverkehr erwartet, berichtete die Freie Universität Berlin kürzlich. Berliner Forscher waren in einem einjährigen Messprogramm auf die Suche nach der Entstehung der Feinstäube gegangen.

 

 Mehr Informationen:

GSF-Forschungs- zentrum für Umwelt und Gesundheit

FU Berlin

Feinstaub PM10

 

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