Wie Luftschadstoffe Herz und Gefäße schädigen
Wissenschaftler haben entschlüsselt, wie
winzige Staubpartikel die menschliche Gesundheit schädigen.
(vv) - Winzige Staubpartikel, die vor allem aus Abgasen von Autos
und Fabriken stammen, können das Herz aus dem Takt bringen.
Die Mechanismen, mit denen vor allem die ultrafeinen Teilchen
Herz und Gefäße schädigen, haben Wissenschaftler
jetzt untersucht. Vor allem ihre geringe Größe macht
die weniger als hundert Nanometer kleinen Partikel so gefährlich:
Nasenschleimhaut, Membranen und Makrophagen sind eher darauf spezialisiert,
größere Teilchen abzufangen. Holger Schulz und Annette
Peters vom GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
entdeckten drei Möglichkeiten, wie die Schadstoffe den Organismus
schädigen können.
Blut wird zähflüssiger
In der Blutbahn kann der Schwebstaub Blutplättchen aktivieren,
die die Gerinnungsfähigkeit des Blutes erhöhen. Das
Blut wird dadurch zähflüssiger und die Wahrscheinlichkeit,
dass sich Gerinnsel bilden, steigt. Außerdem bewirken die
Teilchen, dass Arterien nicht mehr so schnell ihren Durchmesser
vergrößern können. Das Herz wird in stressigen
Situationen nicht ausreichend durchblutet. Die Folgen sind Herzrhythmusstörungen,
die zum Infarkt führen können, so die Forscher.
Herz kommt aus dem Takt
Die Schadstoffe, beeinflussen auch die autonome Kontrolle, die
den Herzschlag steuert. Der Puls ist beschleunigt und das Herz
schlägt zu regelmäßig unter Einfluss des Staubs.
Gleichzeitig kann sich der Muskel nicht mehr so stark zusammenziehen,
da der Kalziumhaushalt der Zelle gestört ist. Die veränderte
Ionenkonzentration kann überdies zu Kammerflimmern und Herzstillstand
führen. Auch über Rezeptoren auf der Oberfläche
der Lungenbläschen können die Partikel das autonome
Nervensystem beeinflussen und den Sympathikus, der den Körper
in Alarmbereitschaft versetzt, aktivieren. Bei vorbelasteten Personen
kann dies dazu führen, dass das Herz unregelmäßig
schlägt und nicht ausreichend durchblutet ist.
Lungengewebe entzündet sich
Als dritte Möglichkeit können die Partikel das Lungengewebe
entzünden, wodurch Botenstoffe freigesetzt werden. Daraufhin
gerinnt das Blut schneller und der Körper mobilisiert seine
Abwehrkräfte. Als Folge wird mehr Fibrinogen freigesetzt,
das Blut wird zähflüssiger und die Arterien verkalken
schneller. Reißt so eine arteriosklerotische Stelle, sind
die Blutgerinnsel, die sich darauf bilden, umso größer,
je mehr Fibrinogen vorhanden ist. Die Gefahr eines Herzinfarkts
sei dadurch stark erhöht, warnten die Wissenschaflter.

© S. Takenaka/U. Heinzmann/H.
Wehnes/GSF
Makrophagen bekämpfen Bakterien und
andere Mikroorganismen. Ultrafeine Teilchen sind jedoch
zu klein, um gezielt von den Makrophagen aufgenommen zu
werden.
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Feinstäube vor allem aus dem Straßenverkehr
Ab 2005 müssen Städte nach der EU-Rahmenrichtlinie
über Luftqualität dafür sorgen, dass auch Grenzwerte
für Feinstaub überall im Stadtgebiet eingehalten werden.
Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte werden hauptsächlich
durch den Straßenverkehr erwartet, berichtete die Freie
Universität Berlin kürzlich. Berliner Forscher waren
in einem einjährigen Messprogramm auf die Suche nach der
Entstehung der Feinstäube gegangen.
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