Eltern vererben Herz-Kreislaufrisiko
Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen
wird im gewissen Maße vererbt, haben amerikanische Mediziner
ermittelt.
(jkm) - Erwachsene Töchter und Söhne betroffener Eltern
weisen rein rechnerisch ein um 70 bzw. 100 Prozent erhöhtes
Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall auf. Ein gesunder
Lebenswandel kann das gefährliche Erbe jedoch neutralisieren.
"Patienten und ihre Ärzte sollten vorsichtig sein,
wenn es auf Seiten der Eltern Herz-Kreislauferkrankungen gegeben
hat", erläutert Donald Lloyd-Jones von der Northwestern
University in Chicago, "selbst dann, wenn Risikofaktoren
wie Cholesterinspiegel und Blutdruck die Grenzwerte nicht ganz
erreichen." Zudem könnten die neuen Resultate Hinweise
auf die beteiligten Gene liefern.
Lloyd-Jones und seine Kollegen werteten Daten der Framingham
Heart Study aus. Diese Studie verfolgt seit 1948 den gesundheitlichen
Werdegang von mehreren Tausend US-Bürgern und seit 1971 auch
den der zweiten Generation. Von 2.300 anfänglich gesunden
Nachkommen erlitten 164 Männer und 79 Frauen im Verlauf von
acht Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, berichten die
Forscher im "Journal of the American Medical Association".
Bei gut zwei Dritteln waren bereits Vater oder Mutter vor dem
55. bzw. 65. Lebensjahr erkrankt.
Die Verbindung blieb auch bei Berücksichtigung bekannter
Risikofaktoren bestehen, erläutert Christopher O'Donnell
vom National Heart, Lung, and Blood Institute in Bethesda, Maryland.
Dies zeige, dass bislang nicht identifizierte genetische Faktoren
ebenfalls eine wichtige Rolle spielten. Die gute Nachricht: Günstige
Faktoren wie normaler Blutdruck und niedriger Cholesterinspiegel
scheinen die familiäre Vorbelastung zu kompensieren.
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