Flossendesign: Buckelwale fliegen besser
Vom Buckelwal könnten Flugzeugbauer noch
eine Menge lernen, glauben amerikanische Ingenieure und Biologen
nach Messungen im Windkanal.
(jkm) - Ebenmäßige Flügel besitzen nicht unbedingt
optimale Eigenschaften. Zu diesem überraschenden Befund kommen
amerikanische Ingenieure und Biologen nach Windkanalmessungen
an Walmodellen. Die mit Beulen gespickte Brustflosse des Buckelwals
bietet demnach mehr Manövrierbarkeit und Verlässlichkeit
als Flügel herkömmlicher Machart.
"Die Kombination von stärkerem Auftrieb und reduziertem
Strömungswiderstand führt zu einer höheren aerodynamischen
Effizienz", so Laurens Howle von der Duke University in Durham,
North Carolina. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass
Flugzeuge dank einer künstlichen Haihaut mit deutlich weniger
Widerstand durch die Luft gleiten können. Und auch von der
Buckelwalflosse könnten Flugzeugbauer noch eine Menge lernen,
glauben der Ingenieur und seine Kollegen.

© NOAA/OAR/NURP/University
of North Carolina
Wie man sieht, trägt der Buckelwal
seinen wissenschaftlichen Namen Megaptera novaeangliae
- auf Deutsch etwa "Neuengland-Riesenflösser"
- zu Recht.
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"Neuengland-Riesenflösser"
Buckelwale tragen ihren wissenschaftlichen Namen Megaptera novaeangliae
- auf Deutsch etwa "Neuengland-Riesenflösser" -
zu Recht: Die Wale besitzen mehrere Meter lange Brustflossen,
deren Vorderkante mit kleinen Beulen gespickt ist. Auf den ersten
Blick scheinen diese Tuberkeln die Umströmung der Flosse
zu stören. Das Gegenteil ist der Fall, fanden Howle und seine
Kollegen bei Messungen an gut 50 Zentimeter langen Modellflossen.
Ein mit naturgetreuen Tuberkeln versehenes Modell entwickelte
acht Prozent mehr Auftrieb und 32 Prozent weniger Strömungswiderstand
als ein beulenfreies Pendant, berichtet die Gruppe im Fachblatt
"Physics of Fluids".
Zudem löste sich die Strömung erst bei 40 Prozent steileren
Anströmwinkeln von der Oberseite der naturgetreuen Flosse.
Dieser Strömungsabriss ist bei Piloten gefürchtet, da
er schlagartig den Auftrieb vermindert. Entscheidend für
die besseren Strömungseigenschaften sind kleine, an den Tuberkeln
entstehende Wirbel, entdeckten die Forscher. Diese Wirbel rollen
förmlich über die Flosse und bewirken, dass die Strömung
an die Flossenoberfläche gesaugt wird. "Mögliche
Anwendungen für diese Entdeckung könnten nicht nur Tragflächen
von Flugzeugen sein", so Howle, "sondern auch Rotorblätter
von Helikoptern, Flugzeugpropeller und Schiffsruder."
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