Anleitung zum optimalen Kaffeekonsum
Kaffee sollte besser in vielen kleinen, über
den Tag verteilten Portionen getrunken werden.
(jkm) - Zu diesem Schluss kommen amerikanische Mediziner nach
einer Studie, bei der die Teilnehmer 43-Stunden-Tage lebten. Regelmäßige
Kaffeedosen steigerten die Leistungsfähigkeit und verhinderten
unbeabsichtigtes Einnicken, ohne den Nachtschlaf zu stören.
"Ich sage das nur ungern, aber der Großteil der Bevölkerung
wendet Koffein falsch an", sagt James Wyatt, derzeit am Rush
University Medical Center in Chicago, Illinois. Trinke man lediglich
morgens einige Tassen Kaffee oder Tee, falle der Koffeinspiegel
im Laufe des Tages wieder. "Unglücklicherweise gewinnt
der physiologische Prozess, dem das Koffein entgegenwirken muss,
erst in zweiten Tageshälfte an Bedeutung."
Wyatt und sein Team quartierten 16 junge Männer in einem
Krankenhaustrakt ein, in dem es keinerlei Hinweise auf Tag oder
Nacht gab. Dort lebten die Probanden einen Monat lang im Rhythmus
von knapp 29 Stunden langen Wachphasen und gut 14 Stunden langen
Ruhephasen. Eine Hälfte von ihnen nahm während der Wachphasen
stündlich eine zwei Schlückchen Kaffee entsprechende
Koffeindosis und baute so allmählich einen hohen Koffeinspiegel
auf. Diese Teilnehmer schnitten bei Tests der geistigen Leistungsfähigkeit
deutlich besser ab und nickten während der langen Wachphase
seltener ein. Und obwohl sie sich besser wach halten konnten,
fühlten sie sich zu Beginn der Ruhephase schläfriger
als die Kontrollpersonen.
Das Schlafbedürfnis werde einerseits vom inneren Tag-Nacht-Rhythmus
des Körpers gesteuert, erläutert Wyatt. Unabhängig
von diesem ungefähr 24-stündigen Rhythmus steige es
mit der im Wachzustand verbrachten Zeitspanne, also mit dem tatsächlichen
Schlafbedarf. Die neuen Resultate belegten, dass Koffein hauptsächlich
dem zweiten Prozess entgegenwirke, ohne gleichzeitig die erholsame
Wirkung des Schlafs zu beeinträchtigen.
"Es gibt zwar keinen perfekten Ersatz für Schlaf",
so der Mediziner, "unsere Ergebnisse zeigen jedoch, wie man
Koffein sehr viel besser nutzen kann, um optimale Wachsamkeit
und Aufmerksamkeit zu erhalten."
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