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- 30.04.2004 -

 

 

 


 

Chemiker plädieren in Energiedebatte für weltweite Aufforstung

Experten sehen in der Aufforstung - besonders in den Wüstenregionen der Erde - die preiswerteste Methode zur langfristigen Speicherung von Kohlendioxid.

Oldenburg (dpa) - Die Endlagerung von Kohlendioxid in großen Speicherstätten ist aus Sicht von Chemikern eine relative teure Methode, um die klimaschädlichen Treibhausgase zu verringern. Wirtschaftlich und ökologisch besser wäre ein weltweites Aufforstungsprogramm, berichtet eine Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in Oldenburg. Die Kosten für Waldbau und Begrünung von Trockenzonen wären bei weitem geringer als die einer Lagerung. Am besten geeignet gegen den Treibhauseffekt seien jedoch ein sparsamerer und effektiverer Energieverbrauch sowie die Einführung alternativer Energien.

Die Kosten für Abtrennung, Transport und Endlagerung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken liegen nach GDCh-Angaben zwischen 28 und 84 Euro je Tonne Kohlendioxid (CO2). Die biologische Speicherung von CO2 im Humus von Waldflächen koste dagegen zwischen 1 und 5 Euro je Tonne.

Mit einer Aufforstungsstrategie würden zudem mehrere Ziele zugleich erreicht. Sie produziere Biomasse für die Energiegewinnung und als Rohstoff unter anderem für die chemische Industrie. Zudem wirke sie der Ausdehnung von Wüstengebieten entgegen und verbessere das Speichern von Wasser in der Erdoberfläche.

 


© ArtToday

30 Prozent der gesamten Landfläche der Erde sind von Wüstenbildung betroffen.

 

Ausgeglichene CO2-Bilanz

Die langfristige CO2-Bilanz sei mit dem Bio-Konzept zudem ausgeglichen und umweltneutral, erläuterte der Sprecher der GDCh- Fachgruppe Umweltchemie, der Oldenburger Chemiker Prof. Jürgen Metzger. Daher sei es vernünftiger, das Geld nicht in technische Lösungen, sondern in biologische Prozesse zu stecken. Wenn unverzüglich mit der Kultivierung von Halbtrocken-Zonen und mit der Wiederaufforstung abgeholzter Flächen begonnen werde, könnten die ersten Hölzer zur Energiegewinnung in 10 bis 20 Jahren geerntet werden.

Dennoch trage das von den Chemikern bevorzugte Konzept nur zu einem Teil zur Lösung des CO2-Problems bei, betonte Metzger. Die Verminderung der Emissionen durch Effizienzsteigerung und alternative Energiegewinnung sollten im Vordergrund stehen.

 

 Mehr Informationen:

GDCh-Fachgruppe Umweltchemie und Ökotoxikologie

WBGU: Sequestrierung von CO2 (pdf)

DIE ZEIT: Emissionsfreie Kohle-Kraftwerke: Sauberer Traum

 

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