Im Sommer Geborene bekommen weniger Kinder
Auch in der modernen Welt haben die Jahreszeiten
Einfluss auf die menschliche Fortpflanzung.
(jkm) - Entsprechende Resultate präsentieren österreichische
Wissenschaftler im Fachblatt "Human Reproduction". In
den Sommermonaten geborene Frauen bekommen deutlich weniger Kinder
als in den übrigen Monaten geborene.
Ursache könnten im Jahreslauf wechselnde Faktoren wie Umgebungslicht,
Temperatur, Infektionen oder Ernährung sein, erläutert
Susanne Huber von der Veterinärmedizinischen Universität
Wien und der Universität Wien. Diese Faktoren könnten
sich auf die frühkindliche Entwicklung und damit möglicherweise
auf spätere Lebensphasen auswirken. Auch ein genetischer
Einfluss sei denkbar.
Huber und ihre Kollegen werteten Daten von 3.227 Österreicherinnen
aus, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren worden waren und zum
Zeitpunkt der Befragung das 45. Lebensjahr vollendet hatten. Die
Forscher fanden, dass die Kinderzahl mit dem Geburtsmonat um über
13 Prozent schwankte: So hatten im Juli und Juni geborene Frauen
im Schnitt 2,1 Kinder, im Dezember geborene dagegen 2,4 Kinder.
Die Wahrscheinlichkeit für Kinderlosigkeit schien dagegen
nicht vom Geburtsmonat abzuhängen.
Ähnliche Resultate hätten Studien über vormoderne
und historische Frauenpopulationen in Kanada und den Niederlanden
ergeben, so Huber. "Dies zeigt, dass sich der Geburtsmonat
- trotz des potenziellen Einflusses moderner Lebensbedingungen
und der Nutzung von Verhütungsmitteln - bei prämodernen
und heutigen Frauen zumindest ähnlich auswirkt." Männer
schienen etwas anders auf die Jahreszeiten zu reagieren: Einer
früheren Studie zufolge sie die Nachkommenzahl bei im Frühling
geborenen besonders hoch und nehme zum Herbst hin ab.
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