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- 28.04.2004 -

 

 


 

Klimaveränderungen fördern Ozonabbau

Die Ozonschicht über der Arktis reagiert deutlich empfindlicher auf Klimaveränderungen als angenommen.

(jkm) - Eine internationale Forschergruppe hat ermittelt, dass kühle Bedingungen in der Stratosphäre dreimal stärker zum Ozonverlust beigetragen haben, als bei bisherigen Modellrechnungen berücksichtigt.

Markus Rex von der Potsdamer Forschungsstelle des Alfred-Wegener-Instituts und seine Kollegen präsentieren ihre Resultate im Fachblatt "Geophysical Research Letters". Die arktischen Winter der letzten 40 Jahre sind demnach deutlich kälter geworden, gleichzeitig stieg die maximale Ausdehnung Polarer Stratosphärenwolken um das Dreifache. Diese Wolken bilden sich bei extrem tiefen Temperaturen in 15 bis 25 Kilometern Höhe und fördern den Ozonabbau durch Chlorverbindungen.

Diese Verbindungen gehen auf Fluorchlorkohlenwasserstoffe und Halone zurück, deren Produktion mittlerweile durch das Montreal-Protokoll eingeschränkt bzw. verboten ist. Die Moleküle gelangen im Laufe von Jahrzehnten in die Stratosphäre und zerfallen dort allmählich. Die dabei freigesetzten Chloratome werden in anderen Verbindungen "gefangen" und unschädlich gemacht, bei Kontakt mit Eispartikeln in Polaren Stratosphärenwolken jedoch reaktiviert.

"Hätten wir in der Stratosphäre noch das Klima der 60er-Jahre, würde arktischer Ozonverlust heutzutage kein so relevantes Thema sein, trotz der FCKW-Emissionen", betont Rex die Rolle der Klimaänderungen.

Laut Mitteilung des Alfred-Wegener-Instituts ist die Abkühlung der Stratosphäre eine Folge des anthropogenen Treibhauseffekts: Indem die Wärmestrahlung von der Erdoberfläche in den unteren Luftschichten zurückgehalten werde, kühle sich die darüber liegende Stratosphäre ab. Weitere Faktoren, etwa natürliche Schwankungen im Klimasystem, könnten ebenfalls zu der beobachteten Abkühlung beitragen.

 

 Mehr Informationen:

Alfred-Wegener-Institut

MPI Meteorologie

vista verde: Ozonschicht

 

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