Klimaveränderungen fördern Ozonabbau
Die Ozonschicht über der Arktis reagiert
deutlich empfindlicher auf Klimaveränderungen als angenommen.
(jkm) - Eine internationale Forschergruppe hat ermittelt, dass
kühle Bedingungen in der Stratosphäre dreimal stärker
zum Ozonverlust beigetragen haben, als bei bisherigen Modellrechnungen
berücksichtigt.
Markus Rex von der Potsdamer Forschungsstelle des Alfred-Wegener-Instituts
und seine Kollegen präsentieren ihre Resultate im Fachblatt
"Geophysical Research Letters". Die arktischen Winter
der letzten 40 Jahre sind demnach deutlich kälter geworden,
gleichzeitig stieg die maximale Ausdehnung Polarer Stratosphärenwolken
um das Dreifache. Diese Wolken bilden sich bei extrem tiefen Temperaturen
in 15 bis 25 Kilometern Höhe und fördern den Ozonabbau
durch Chlorverbindungen.
Diese Verbindungen gehen auf Fluorchlorkohlenwasserstoffe und
Halone zurück, deren Produktion mittlerweile durch das Montreal-Protokoll
eingeschränkt bzw. verboten ist. Die Moleküle gelangen
im Laufe von Jahrzehnten in die Stratosphäre und zerfallen
dort allmählich. Die dabei freigesetzten Chloratome werden
in anderen Verbindungen "gefangen" und unschädlich
gemacht, bei Kontakt mit Eispartikeln in Polaren Stratosphärenwolken
jedoch reaktiviert.
"Hätten wir in der Stratosphäre noch das Klima
der 60er-Jahre, würde arktischer Ozonverlust heutzutage kein
so relevantes Thema sein, trotz der FCKW-Emissionen", betont
Rex die Rolle der Klimaänderungen.
Laut Mitteilung des Alfred-Wegener-Instituts ist die Abkühlung
der Stratosphäre eine Folge des anthropogenen Treibhauseffekts:
Indem die Wärmestrahlung von der Erdoberfläche in den
unteren Luftschichten zurückgehalten werde, kühle sich
die darüber liegende Stratosphäre ab. Weitere Faktoren,
etwa natürliche Schwankungen im Klimasystem, könnten
ebenfalls zu der beobachteten Abkühlung beitragen.
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