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- 27.04.2004 -

 

 


 

«Tag gegen Lärm» - Regierung soll Fluglärm eindämmen

Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung Deutschlands fühlen sich nach Angaben des Umweltbundesamtes durch Lärm belästigt.

Berlin/Düsseldorf (dpa) - Die «Lärmverschmutzung» führt Psychiatern zufolge zudem zu einer steigenden Zahl schwerhöriger Kinder und Jugendlicher und beeinträchtige damit sogar deren seelische Entwicklung. Zum «Tag gegen Lärm» am Mittwoch forderten Parteien, Behörden und Verbände unter anderem ein neues Gesetz zur Eindämmung des Fluglärms.

Jeder vierte Jugendliche sei bereits schwerhörig und die gleiche Zahl kleiner Kinder leide unter starken Sprachentwicklungsstörungen, berichtete der Berufsverband der Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. Noch in den 70er Jahren sei die Sprachentwicklung nur bei höchstens jedem zehnten Kind beeinträchtigt gewesen.

Die Kinder- und Jugendpsychiater stellten zudem Störungen der zentralen Verarbeitung des Gehörten fest. «Dadurch kann es zu Kommunikationsstörungen und zu großen Verunsicherungen in ihrem Selbstwertgefühl kommen», sagte der Düsseldorfer Kinder- und Jugendpsychiater Reinhard Schydlo. Schließlich lerne das Kind über das Hören nicht nur die Sprache, sondern auch Verhaltensweisen. Akustische Dauerberieselung, etwa durch Fernsehen oder Musik, könne zu einem eingeschränkten Sprachaustausch zwischen Eltern und Kindern führen.

Wird ein Verdacht auf Schwerhörigkeit festgestellt, werden die betroffenen Kinder direkt zum Audiologen oder zum Hals-Nasen- Ohrenarzt überweisen. Gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendpsychiater könne dann sowohl die Hörstörung als auch die psychische Fehlentwicklung behandelt werden.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) betonten zum «Tag gegen Lärm»: «Verkehrslärm ist die größte Umweltplage im direkten Wohnumfeld.» Das Verkehrsministerium dürfe die Novelle des Fluglärmgesetzes nicht durch übertriebene Zugeständnisse an die Flugverkehrslobby zum Scheitern bringen.

Auch die Bundestagfraktionen der Grünen und der FDP forderten, das «längst überholte Fluglärmgesetz» von 1971 zu verschärfen. Die Staatssekretärin im Umweltministerium, Margareta Wolf, sicherte zu, dass ihr Haus eine grundlegende Novellierung des Fluglärmgesetzes vorbereite. Es gebe aber «keine einfache und schnelle Lösung».

 

 Mehr Informationen:

Aktionen zum Tag gegen Lärm

vista verde: Lärm

 

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