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- 23.04.2004 -

 

 

 


 

Anti-Malaria-Kampagne zeigt nach sechs Jahren noch keinen Erfolg

Jeden Tag sterben weltweit etwa 3000 Kinder an Malaria - die meisten davon in Afrika.

Von Ulrike Koltermann, dpa

Nairobi (dpa) - Auf einem typischen afrikanischen Markt sind sie in vielen Farben zu haben: Pink, hellblau und zitronengelb flattern sie im Wind. Was von weitem aussieht wie weite Gewänder, sind tatsächlich Moskitonetze - wichtige Helfer im Kampf gegen die tödlichste aller Krankheiten weltweit: Malaria. Jeden Tag sterben weltweit etwa 3000 Kinder an Malaria - so viele, wie Menschen beim Angriff auf das World Trade Center am 11. September 2001 ums Leben gekommen sind.

Afrika ist am schlimmsten von der Krankheit betroffen. Der Kontinent kommt auf 90 Prozent aller Malaria-Toten. Der 25. April ist dem Kampf gegen Malaria in Afrika gewidmet. Vor sechs Jahren setzten sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere UN-Gremien das Ziel, die Zahl der Malariapatienten bis 2010 zu halbieren. Die Kampagne «Rolling back Malaria (Malaria eindämmen)» ist jedoch mittlerweile heftig in die Kritik geraten.

«Die Zahl der Malariafälle ist in den vergangenen Jahren nicht zurückgegangen, sondern weiter gestiegen», sagt Prof. Robert Snow, Malaria-Experte am Kenya Medical Research Institute in Nairobi. Das sei vor allem durch die wachsende Resistenz der Erreger gegen die bislang verbreiteten Medikamente zu erklären. «Die internationale Gemeinschaft hat versagt, den Betroffenen den Zugang zu wirksamen Medikamenten zu ermöglichen», meint Snow.

Viele Malariapatienten in Afrika schlucken noch immer Chloroquin- Tabletten, die häufig keine Wirkung mehr auf den Erreger haben. Das neue und wirksamere Kombinationspräparat ACT mit dem Wirkstoff Artemisinin setzt sich erst langsam durch. Es ist in Afrika meist noch etwa zehn Mal so teuer wie die Chloroquin-Tabletten.

«Es sind nicht genügend finanzielle Mittel vorhanden, um die Patienten mit den wirksameren Mitteln zu versorgen», räumt auch Allan Schapira von der WHO ein. Die Kritik an den gestiegenen Zahlen weist er jedoch zurück. «Die Entwicklung lässt sich jetzt noch nicht messen», sagt er. «Das wird erst in einigen Jahren möglich sein.»

Streit zwischen Wissenschaftlern gibt es außerdem um die Frage, inwiefern bei der Bekämpfung von Malaria das Insektengift DDT verwendet werden soll. Damit lässt sich die Zahl der Anopheles-Mücken reduzieren, die den Erreger übertragen. Die WHO empfiehlt in seltenen Fällen, beispielsweise in manchen Gegenden Äthiopiens, den Einsatz von DDT in Wohnhäusern. «Es besteht aber immer das Risiko, dass es dann doch in der Landwirtschaft eingesetzt wird und in die Nahrungsmittelkette gerät», sagt Schapiro.

Eingig sind sich alle, dass Moskitonetze einen relativ simplen Schutz gegen Malaria darstellen. «Das Problem ist aber, dass sich die Ärmsten der Armen diese Netze nicht leisten können», sagt Snow. In Kenia liege Anteil der Kinder, die unter Netzen schliefen, seit Jahren unverändert bei vier Prozent. Schwierig sei es vor allem, Menschen auf dem Land den Gebrauch der Netze nahe zu bringen. «Die meisten Moskitonetze werden in Nairobi benutzt - und da gibt es so gut wie keine Malaria.»

 

 Mehr Informationen:

The Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis & Malaria

Malaria

 

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