Winter-Babys sind auf Abenteuer aus
Im Winterhalbjahr geborene Menschen sind abenteuerlustiger
als im Sommer geborene.
(jkm) - Entsprechende Resultate präsentiert eine britische
Psychologin auf einer Fachtagung in London. Die Ursache könnte
in höheren Spiegeln von Dopamin liegen - einem Neurotransmitter,
der unter anderem den Tatendrang weckt und die Suche nach Belohnungen
auslöst. Rätselhaft ist allerdings, warum sich der Effekt
mit der Zeit umkehrt.
Wissenschaftler finden immer mehr Belege dafür, dass Faktoren
wie Witterung oder Temperaturen zum Geburtszeitpunkt die Entwicklung
eines Menschen beeinflussen. So scheinen im Winter geborene Kinder
krankheitsanfälliger zu sein als Sommerkinder. Carol Joinson
von der Open University in Milton Keynes untersuchte nun, ob sich
der Geburtszeitpunkt auch auf das Verhalten auswirkt. Dazu ermittelte
sie per Fragebogen, wie stark Abenteuerlust und Verlangen nach
Neuem bei 448 Angehörigen ihrer Universität ausgeprägt
waren.
So genannte "High Sensation Seekers" können sich
für riskante Sportarten wie Fallschirmspringen begeistern,
reisen gerne in ferne Länder, nehmen häufiger Drogen
und sind beim Sex experimentierfreudiger. In den Monaten Oktober
bis März geborene Personen gehörten häufiger zu
dieser Kategorie als im Sommer geborene, berichtete die Forscherin
auf der Jahreskonferenz der British Psychological Society in London.
Das galt allerdings nur für jene, die das 45. Lebensjahr
noch nicht vollendet hatten - bei älteren Teilnehmern zeigte
sich ein umgekehrter Trend.
Ein wichtiger Faktor könnten die unterschiedlichen Tageslichtbedingungen
sein, vermutet Joinson. Frühere Studien hätten gezeigt,
dass schwaches Umgebungslicht den Dopaminspiegel im Gehirn erhöhe.
Unmittelbar nach der Geburt könne dies vielleicht einen langfristigen
Einfluss auf die Hirnchemie haben. Und möglicherweise führe
dieses permanente "Doping" zu einer rascheren Erschöpfung
der entsprechenden Gehirnzellen.
|