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- 06.04.2004 -

 

 

 

 


 

Tödliche Verkehrsunfälle nehmen weltweit zu

Im Straßenverkehr werden jedes Jahr 1,2 Millionen Menschen getötet und 20 bis 50 Millionen schwer verletzt - die meisten davon in Entwicklungsländern.

Genf/Berlin (dpa) - Rund alle 30 Sekunden stirbt irgendwo auf der Welt ein Mensch im Straßenverkehr. Jährlich 1,2 Millionen Verkehrstote und 20 bis 50 Millionen Schwerverletzte lautet die erschreckende Bilanz der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Unter dem Motto «Sicher fahren - gesund ankommen» hat sie den Weltgesundheitstag an diesem Mittwoch der Verkehrssicherheit gewidmet. Zwar hat sich in Industrieländern wie Deutschland die Zahl der Verkehrstoten seit den 70er Jahren zum Teil mehr als halbiert. WHO-Generaldirektor Jong Wook Lee warnt jedoch vor einem alarmierenden weltweiten Trend: «Wenn sich nichts ändert, wird die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 um über 60 Prozent zunehmen.»

Mit knapp 90 Prozent aller Verkehrsunfälle sind die ärmeren Länder der Welt die Hauptleittragenden. Und etwa in Asien steigt die Zahl der Verkehrstoten drastisch. So verzeichnet allein China seit Mitte der 70er Jahre einen Zuwachs um fast 250 Prozent.

Auf Deutschlands Straßen sterben dagegen heute deutlich weniger Menschen. Mit 6606 sank die Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Wert seit Einführung der Statistik. Seit dem Rekordstand von 21 332 im Jahr 1970 ist die Zahl der Verkehrstoten hier zu Lande sogar um zwei Drittel gesunken. Dies sei vor allem der Verkehrserziehung und technischen Neuerungen in der Automobilindustrie zu verdanken, berichtete die Bundesvereinigung Gesundheit in Berlin.

Alarmierend sei jedoch die Häufung der Verkehrsunfälle unter jugendlichen Fahranfängern. Jeder vierte Verkehrstote in Deutschland stammt nach Zahlen der Vereinigung aus der Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren. Gründe für diese gehäufte Unfallquote unter jugendlichen Fahrern seien mangelnde Fahrpraxis, Alkohol und Drogen sowie Überschätzung der eigenen Fähigkeiten.

Weltweit verlieren der WHO zufolge fast drei Mal so viele Männer wie Frauen ihr Leben auf der Straße. Mehr als die Hälfte der Opfer sind zwischen 15 und 44 Jahre alt. Selbst wenn ein Unfall nicht tödlich endet, tragen viele Opfer bleibende Behinderungen davon. «Neben dem tiefen Leid, das diese Unfälle verursachen, verlieren Familien oftmals einen Ernährer», mahnt UN-Generalsekretär Kofi Annan. «Wohl und Sicherheit gehen verloren.» Außer psychologischen und physischen Belastungen führen Kosten für Pflege und Rehabilitation Familien, Angehörige und Partner nicht selten in die Armut.

Die jährlichen Kosten für Verkehrsverletzte belaufen sich weltweit auf 518 Milliarden Dollar (425 Milliarden Euro). Für die einzelnen Staaten bedeutet dies rund zwei Prozent des Bruttosozialprodukts. Der Anteil der ertragsschwachen Länder liegt bei 65 Milliarden Dollar (53 Milliarden Euro) - mehr, als sie an Entwicklungshilfe erhalten.

Als gefährlichste Verkehrsmittel gelten motorisierte Zweiräder. Das Risiko, im Straßenverkehr mit dem Motorrad tödlich zu verunglücken ist pro gefahrenem Kilometer zwanzig Mal höher als in einem Auto. Nicht viel weniger gefährdet sind Fußgänger und Radfahrer, ihr Risiko liegt acht bis neun Mal höher als bei Autofahrern.

Frankreich mit Paris als Austräger des diesjährigen Weltgesundheitstages, hat dagegen in den vergangenen Jahren einen enormen Rückgang an Verkehrstoten verzeichnen können. Höher gesteckte Sicherheitsziele und Verkehrsstandards halbierten die Zahl der Verkehrstoten seit 1997. Frankreichs Präsident Jacques Chirac sieht trotz der Erfolge die globalen Verkehrssicherheitsbemühungen noch am Anfang: «Großes menschliches Potenzial wird täglich durch Unfälle im Straßenverkehr zerstört. Zusammen müssen wir den Kampf um dieses Leben gewinnen.»

 


© ArtToday

Jährlich 1,2 Millionen Tote und 20 bis 50 Millionen Schwerverletzte im Straßenverkehr lautet die erschreckende Bilanz der WHO.

 

 Mehr Informationen:

Weltgesundheitstag

DIE ZEIT: Der Tod hat einen Motor

 

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