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- 07.04.2004 -

 

 


 

Klimawandel:

Forscher befürchten grönländische Eisschmelze

Als Folge des Treibhauseffekts wird der Eisschild Grönlands mit hoher Wahrscheinlichkeit abschmelzen.

(jkm) - Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschertrio aufgrund einer ganzen Palette von Computersimulationen. Ein Abschmelzen des kilometerdicken Eispanzers würde den Meeresspiegel binnen Jahrhunderten weltweit um etwa sieben Meter ansteigen lassen und so Küstenregionen und zahllose Inseln unbewohnbar machen.

"Gegenwärtig läuft etwa die Hälfte des auf Grönland fallenden Schnees als Schmelzwasser ab, der Rest geht in Form von Eisbergen verloren", schreiben Jonathan Gregory von der University of Reading und seine Kollegen im Magazin "Nature". Ein Temperaturanstieg würde die Verhältnisse jedoch ändern. Bei einem Anstieg der Jahresdurchschnittstemperatur um 2,7 Grad Celsius würde bereits der Schmelzverlust den Schneefall übersteigen.

 


© ArtToday

Diskobucht an der Westküste Grönlands: Eisschild wird mit hoher Wahrscheinlichkeit abschmelzen.

 

Die Konzentration des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid betrug in vorindustrieller Zeit 280 ppm (parts per million, Kubikzentimeter pro Kubikmeter) und liegt derzeit bei etwa 370 ppm. Gregory und seine Kollegen speisten sieben unterschiedliche Klimamodelle mit fünf Szenarien, denen zufolge der Wert sich bei mindestens 450, höchstens jedoch bei 1.000 ppm stabilisieren wird. Lediglich eine der 35 Kombinationen ergab einen grönländischen Temperaturanstieg von weniger als 2,7 Grad Celsius. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Eisschild relativ unempfindlich gegenüber erhöhten Wintertemperaturen ist, wurde der kritische Wert in zwei Dritteln der Simulationen überschritten.

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) geht davon aus, dass eine Kohlendioxid-Konzentration von 450 ppm noch vor dem Jahr 2050 erreicht wird. Zudem sei Kohlendioxid nicht das einzige Treibhausgas, schreiben die Forscher. "Daher schließen wir, dass der grönländische Eisschild als Folge des anthropogenen Klimawandels wahrscheinlich eliminiert werden wird, wenn die Emissionen nicht noch stärker gesenkt werden, als vom IPCC erwogen." Ein eisfreies Grönland würde das Sonnenlicht deutlich besser absorbieren und wäre dadurch so warm, dass die Veränderung vielleicht nicht umkehrbar wäre.

 

 Mehr Informationen:

University of Reading, Jonathan Gregory

MPI für Meteorologie: Schmelzen die Gletscher und die Polkappen?

 

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