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Klimawandel:
Forscher befürchten grönländische Eisschmelze
Als Folge des Treibhauseffekts wird der Eisschild
Grönlands mit hoher Wahrscheinlichkeit abschmelzen.
(jkm) - Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschertrio
aufgrund einer ganzen Palette von Computersimulationen. Ein Abschmelzen
des kilometerdicken Eispanzers würde den Meeresspiegel binnen
Jahrhunderten weltweit um etwa sieben Meter ansteigen lassen und
so Küstenregionen und zahllose Inseln unbewohnbar machen.
"Gegenwärtig läuft etwa die Hälfte des auf
Grönland fallenden Schnees als Schmelzwasser ab, der Rest
geht in Form von Eisbergen verloren", schreiben Jonathan
Gregory von der University of Reading und seine Kollegen im Magazin
"Nature". Ein Temperaturanstieg würde die Verhältnisse
jedoch ändern. Bei einem Anstieg der Jahresdurchschnittstemperatur
um 2,7 Grad Celsius würde bereits der Schmelzverlust den
Schneefall übersteigen.

© ArtToday
Diskobucht an der Westküste
Grönlands: Eisschild wird mit hoher Wahrscheinlichkeit
abschmelzen.
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Die Konzentration des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid
betrug in vorindustrieller Zeit 280 ppm (parts per million, Kubikzentimeter
pro Kubikmeter) und liegt derzeit bei etwa 370 ppm. Gregory und
seine Kollegen speisten sieben unterschiedliche Klimamodelle mit
fünf Szenarien, denen zufolge der Wert sich bei mindestens
450, höchstens jedoch bei 1.000 ppm stabilisieren wird. Lediglich
eine der 35 Kombinationen ergab einen grönländischen
Temperaturanstieg von weniger als 2,7 Grad Celsius. Unter Berücksichtigung
der Tatsache, dass der Eisschild relativ unempfindlich gegenüber
erhöhten Wintertemperaturen ist, wurde der kritische Wert
in zwei Dritteln der Simulationen überschritten.
Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) geht davon
aus, dass eine Kohlendioxid-Konzentration von 450 ppm noch vor
dem Jahr 2050 erreicht wird. Zudem sei Kohlendioxid nicht das
einzige Treibhausgas, schreiben die Forscher. "Daher schließen
wir, dass der grönländische Eisschild als Folge des
anthropogenen Klimawandels wahrscheinlich eliminiert werden wird,
wenn die Emissionen nicht noch stärker gesenkt werden, als
vom IPCC erwogen." Ein eisfreies Grönland würde
das Sonnenlicht deutlich besser absorbieren und wäre dadurch
so warm, dass die Veränderung vielleicht nicht umkehrbar
wäre.
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