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- 07.04.2004 -

 

 


 

Eisendüngung im Ozean mindert Kohlendioxid-Menge nur minimal

Zur Entsorgung des Treibhausgases eignet sich das Düngen der Ozeane mit Eisen nicht. Dies ergab ein umfassendes wissenschaftliches Experiment im Südatlantik.

Hamburg (dpa) - Das Düngen der Ozeane mit Eisen fördert das Algenwachstum und damit die Aufnahme des Treibhausgases Kohlendioxid. In küstenfernen Gewässern reagierten Algen auf die Zufuhr von Eisen wie Wüstenpflanzen auf Regen, berichtete Victor Smetacek vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) am Dienstagabend über Ergebnisse eines umfassenden Experiments im Südatlantik. Durch das Wachstum würden große Mengen Kohlendioxid gebunden und zudem die Vermehrung von kleinen Lebewesen angeregt, die beispielsweise Walen als Nahrung dienten.

Zur Entsorgung des Treibhausgases eigne sich das Verfahren dennoch nicht, da die Auswirkungen einer großflächigen Eisendüngung auf das Ökosystem Ozean nicht absehbar seien. Zudem sinke nur maximal ein Prozent des gebundenen Kohlendioxids ins Meeressediment ab und werde so langfristig gebunden, sagte Smetacek. Ein Großteil der Algen werde von Kleinstlebewesen wie dem Krill gefressen - und das Kohlendioxid so mittelfristig wieder freigesetzt. Die nach Verbrauch des Eisens absterbenden Algen würden zudem in Wasserschichten ohne Sauerstoff zu Gasen wie Methan zersetzt - das einen weit größeren Treibhauseffekt hat als Kohlendioxid.

 


© Philipp Assmy, AWI

Planktonalgen innerhalb eines mit Eisen gedüngten Flecks im Südozean, aufgenommen im Jahr 2000 von "Polarstern". Zu sehen sind nadelförmige Pseudonitzschia und eine Kette von Fragilariopsis kerguelensis im Vordergrund.

 

Das internationale Forscherteam unter Leitung des AWI hatte auf einer Fläche von 150 Quadratkilometern sieben Tonnen Eisensulfat ausgebracht. Forscher arbeiten an verschiedenen Methoden, die Menge des Treibhausgases in der Atmosphäre zu verringern. So versenken japanische Forscher versuchsweise riesige Blöcke aus gefrorenem Kohlendioxid in der Tiefsee, andere Wissenschaftler wollen das Treibhausgas in leere Erdgas- und Erdöllagerstätten pumpen.

 

 Mehr Informationen:

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI)

Die Farbe des Meeres - Phytoplankton im Weltozean

 

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