Eisendüngung im Ozean mindert Kohlendioxid-Menge nur minimal
Zur Entsorgung des Treibhausgases eignet sich
das Düngen der Ozeane mit Eisen nicht. Dies ergab ein umfassendes
wissenschaftliches Experiment im Südatlantik.
Hamburg (dpa) - Das Düngen der Ozeane mit Eisen fördert
das Algenwachstum und damit die Aufnahme des Treibhausgases Kohlendioxid.
In küstenfernen Gewässern reagierten Algen auf die Zufuhr
von Eisen wie Wüstenpflanzen auf Regen, berichtete Victor
Smetacek vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
(AWI) am Dienstagabend über Ergebnisse eines umfassenden
Experiments im Südatlantik. Durch das Wachstum würden
große Mengen Kohlendioxid gebunden und zudem die Vermehrung
von kleinen Lebewesen angeregt, die beispielsweise Walen als Nahrung
dienten.
Zur Entsorgung des Treibhausgases eigne sich das Verfahren dennoch
nicht, da die Auswirkungen einer großflächigen Eisendüngung
auf das Ökosystem Ozean nicht absehbar seien. Zudem sinke
nur maximal ein Prozent des gebundenen Kohlendioxids ins Meeressediment
ab und werde so langfristig gebunden, sagte Smetacek. Ein Großteil
der Algen werde von Kleinstlebewesen wie dem Krill gefressen -
und das Kohlendioxid so mittelfristig wieder freigesetzt. Die
nach Verbrauch des Eisens absterbenden Algen würden zudem
in Wasserschichten ohne Sauerstoff zu Gasen wie Methan zersetzt
- das einen weit größeren Treibhauseffekt hat als Kohlendioxid.

© Philipp Assmy, AWI
Planktonalgen innerhalb eines mit Eisen
gedüngten Flecks im Südozean, aufgenommen im
Jahr 2000 von "Polarstern". Zu sehen sind nadelförmige
Pseudonitzschia und eine Kette von Fragilariopsis kerguelensis
im Vordergrund.
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Das internationale Forscherteam unter Leitung des AWI hatte
auf einer Fläche von 150 Quadratkilometern sieben Tonnen
Eisensulfat ausgebracht. Forscher arbeiten an verschiedenen Methoden,
die Menge des Treibhausgases in der Atmosphäre zu verringern.
So versenken japanische Forscher versuchsweise riesige Blöcke
aus gefrorenem Kohlendioxid in der Tiefsee, andere Wissenschaftler
wollen das Treibhausgas in leere Erdgas- und Erdöllagerstätten
pumpen.
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