Eisschmelze war Hauptursache für Anstieg der Meeresspiegel
Eine US-Studie liefert neue Zahlen zum Anstieg
des Meeresspiegels und der Rolle, die das Schmelzwasser der Kontinente
hierbei spielt.
(jkm) - Der Meeresspiegel ist im Laufe des 20. Jahrhunderts
um rund 20 Zentimeter gestiegen. Dieser lange Jahre gültige
Wert war seit 2001 unter Klimaforschern umstritten. Amerikanische
Wissenschaftler rechnen jetzt im Magazin "Nature" vor,
dass ein Anstieg um 2 Millimeter jährlich tatsächlich
keine überschätzte Annahme war.
Der Meeresspiegel steigt, weil zum einen die Gletscher dieser
Erde schmelzen und mehr Wasser in die Meere gespült wird
und zum anderen steigende Temperaturen zu einer Ausdehnung des
Oberflächenwassers führen. Doch das Verhältnis
dieser beiden Faktoren zueinander hatte in den letzten Jahren
Zweifel an den Messungen und daraus abgeleiteten Schätzungen
aufkommen lassen.
Im Jahr 2001 war die Diskussion um den Meeresspiegel entbrannt,
als Klimaforscher die Ausdehnung des Volumens in Folge der Erwärmung
neu berechneten. Demnach sollte die Ausdehnung die Meeresspiegel
nur um einen halben Millimeter jährlich steigen lassen. Das
Frischwasser durch die Eisschmelze, so die Forscher damals, habe
wahrscheinlich einen noch geringeren Einfluss auf den Pegelstand.
Könnte der vermutete Anstieg von 20 Zentimetern gar auf Messfehler
oder falsche Berechnungen zurückzuführen sein? Dieser
Überlegung widersprechen jetzt amerikanische Meeresforscher.
Laury Miller von der National Oceanic & Atmospheric Administration
(NOAA) und Bruce Douglas von der Florida International University
untersuchten beispielhaft mehrere Messpunkte im pazifischen und
atlantischen Ozean. Sie analysierten die Pegelstände der
letzten Jahrzehnte im Zusammenhang mit Wassertemperatur und Salzgehalt.
Im Magazin "Nature" rechnen die Forscher vor, dass
die weltweite Gletscherschmelze die Meere tatsächlich mit
großen Mengen Frischwasser aufgefüllt hat. Dieser "Nachschub"
sei von wesentlich größerer Bedeutung gewesen als die
Volumenausdehnung des Oberflächenwassers. Ein Anstieg der
Meeresspiegel um 1,5 bis 2 Millimeter pro Jahr sei daher eine
realistische Größe.
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