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- 07.04.2004 -

 

 

 


 

Eisschmelze war Hauptursache für Anstieg der Meeresspiegel

Eine US-Studie liefert neue Zahlen zum Anstieg des Meeresspiegels und der Rolle, die das Schmelzwasser der Kontinente hierbei spielt.

(jkm) - Der Meeresspiegel ist im Laufe des 20. Jahrhunderts um rund 20 Zentimeter gestiegen. Dieser lange Jahre gültige Wert war seit 2001 unter Klimaforschern umstritten. Amerikanische Wissenschaftler rechnen jetzt im Magazin "Nature" vor, dass ein Anstieg um 2 Millimeter jährlich tatsächlich keine überschätzte Annahme war.

Der Meeresspiegel steigt, weil zum einen die Gletscher dieser Erde schmelzen und mehr Wasser in die Meere gespült wird und zum anderen steigende Temperaturen zu einer Ausdehnung des Oberflächenwassers führen. Doch das Verhältnis dieser beiden Faktoren zueinander hatte in den letzten Jahren Zweifel an den Messungen und daraus abgeleiteten Schätzungen aufkommen lassen.

Im Jahr 2001 war die Diskussion um den Meeresspiegel entbrannt, als Klimaforscher die Ausdehnung des Volumens in Folge der Erwärmung neu berechneten. Demnach sollte die Ausdehnung die Meeresspiegel nur um einen halben Millimeter jährlich steigen lassen. Das Frischwasser durch die Eisschmelze, so die Forscher damals, habe wahrscheinlich einen noch geringeren Einfluss auf den Pegelstand. Könnte der vermutete Anstieg von 20 Zentimetern gar auf Messfehler oder falsche Berechnungen zurückzuführen sein? Dieser Überlegung widersprechen jetzt amerikanische Meeresforscher.

Laury Miller von der National Oceanic & Atmospheric Administration (NOAA) und Bruce Douglas von der Florida International University untersuchten beispielhaft mehrere Messpunkte im pazifischen und atlantischen Ozean. Sie analysierten die Pegelstände der letzten Jahrzehnte im Zusammenhang mit Wassertemperatur und Salzgehalt.

Im Magazin "Nature" rechnen die Forscher vor, dass die weltweite Gletscherschmelze die Meere tatsächlich mit großen Mengen Frischwasser aufgefüllt hat. Dieser "Nachschub" sei von wesentlich größerer Bedeutung gewesen als die Volumenausdehnung des Oberflächenwassers. Ein Anstieg der Meeresspiegel um 1,5 bis 2 Millimeter pro Jahr sei daher eine realistische Größe.

 

 Mehr Informationen:

NOAA

MPI für Meteorologie: Schmelzen die Gletscher und die Polkappen?

 

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