Studie: Wieder größere Babys nach Pestizid-Verbot
In zwei ärmeren Stadtvierteln von New York
ist erstmals der Zusammenhang zwischen zwei weit verbreiteten
Pestiziden und der Größe von Neugeborenen nachgewiesen
worden.
New York (dpa) - Die Studie der Columbia Universität deckte
auf, dass junge Mütter mit dem höchsten Blutanteil der
Pestizide leichtere und kleinere Babys bekamen als andere Frauen,
bei denen keine Spuren der Umweltgifte in Blut oder Nabelschnur
zu finden waren.
Die Differenz betrug etwa ein halbes Pfund sowie knapp einen
Zentimeter. Seit die beiden Substanzen Chlorpyrifos und Diazinon
für die Benutzung in geschlossenen Räumen verboten sind,
gibt es nun wieder normal große Babys, berichtet das Team
um Robin Whyatt in der Fachzeitschritt «Environmental Health
Perspectives» vom Dienstag. In Europa werden die beiden
Stoffe nach Auskunft des Berliner Bundesinstituts für Risikobewertung
derzeit darauf geprüft, ob sie weiter als Insektengifte für
Innenräume verwendet werden dürfen.
Das New Yorker Untersuchungsergebnis ist Teil einer Langzeitstudie,
die sich mit den Auswirkungen verschiedenster Umweltgifte bei
Mutter und Kind befasst und sich auf die Stadtteile Harlem und
Washington Heights konzentriert. Es basiert auf einem Vergleich
von 314 Babys. Von den Neugeborenen der Jahrgänge 1998 bis
2000 gehörte etwa ein Drittel der Kategorie mit der höchsten
Belastung an. Danach fiel dieser Anteil stark auf ein von 77 Babys
in den Jahrgängen 2000, 2001 und 2002.
Die Leiterin des Gesamtprojektes, Frederica Perera, hält
das Resultat vor allem deshalb für wichtig, weil das Geburtsgewicht
recht genaue Prognosen für die weitere körperliche und
geistige Entwicklung sowie die Gesundheit des Kindes zulasse.
Chlorpyrifos und Diazinon wurden 2001 und 2002 in den USA für
die Nutzung in Häusern verboten. Davor waren sie in Dutzenden
Produkten gegen Kakerlaken, Ameisen und anderes Ungeziefer verkauft
und von Kammerjägern versprüht worden. Nach einem Bericht
der «New York Times» hatten viele Kammerjäger
allerdings schon vor dem offiziellen Verbot auf diese Substanzen
verzichtet. In der Landwirtschaft dagegen kommen Chlorpyrifos
und Diazinon mit Erlaubnis der US- Umweltschutzbehörde EPA
weiterhin zum Einsatz.
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