Wie die Erde zum Schneeball wurde
Warum nahezu die ganze Erde sich einst für
Millionen von Jahre in einen eiskalten "Schneeball"
verwandelte, meinen Forscher jetzt zu wissen.
(jkm) - Zum Ende des Proterozoikums - in der Epoche vor 800 bis
550 Millionen Jahren - war nahezu die ganze Erde von einer dicken
Eisschicht bedeckt. Auslöser sei das Auseinanderbrechen von
Kontinenten und der starke Rückgang des Kohlendioxids in
der Atmosphäre gewesen, glauben französische Forscher.
Sie stellen ihre Theorie im Magazin "Nature" vor.
Dass die Erde sich im Proterozoikum für Millionen von Jahren
in einen bis zu minus 50 Grad Celsius kalten "Schneeball"
verwandelte, ist mit Hilfe geologischer Befunde nachweisbar. Doch
was die Abkühlung auslöste, bleibt umstritten. Eine
neue Erklärung stellen jetzt Klimaforscher um Yannick Donnadieu
im Magazin "Nature" vor. Demnach haben Computer-Simulationen
ergeben, dass das Bersten von Kontinenten und die Bewegung der
Landmassen dazu hätte führen können, das irdische
Klima deutlich zu verändern.
Der Simulation zufolge hätte das Zerbrechen eines Urkontinents
zu starken Regenfällen auf den Landmassen geführt. Anhaltender
Regen hätte die Verwitterung des Gesteins beschleunigt und
große Mengen Kohlendioxids absorbiert, so die Forscher.
Weil atmosphärisches Kohlendioxid wie eine Decke wirkt, die
die Wärme auf der Oberfläche der Erde hält, hätte
der Schwund des Gases die Temperaturen sinken lassen.
Eine dünne Kohlendioxid-Decke hätte die Wärme
einfach ins All verpuffen lassen, vermuten die Forscher. In Verbindung
mit den Regenfällen sei dann der Eispanzer gewachsen. Dass
die Erde heute kein Schneeball mehr ist, verdanken wir den Vulkanen:
Ihre Lava durchbrach das Eis und reicherte die Luft wieder mit
großen Mengen Kohlendioxid an - ein früher Treibhauseffekt,
der die urzeitlichen Gletscher schmelzen ließ.
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